staunlich, welche Ergebnisse in dieser Hinsicht er
zielt wurden. Das gesamte Turnleben in Völk
lingen erfuhr hierdurch eine Steigerung.
Im Schuljahr 1903 besuchten 118 Schüler die
Schule. Für das Schuljahr 1904 wurden drei Lehrzänge
von rund vier Monaten eingerichtet und in
diesem Jahr betrug die Zahl der Schüler 138. Im
dritten Schuljahr fand ungefähr dieselbe Einteilung
statt und die Zahl in diesem Jahre betrug 142
Schüler. Von den Schülern waren rund
45 % Söhne von Hüttenarbeitern,
32 % % .„„ Bergleuten,
23 % 5 „anderen.
Die Einrichtung der Schule, der Lehrplan und
die Arbeitsmethode bewährten sich gut und gaben
keinen Grund für etwaige Aenderungen. Für den
theoretischen Unterricht wurde ein genauer Lehrolan
festgesetzt. In ihn wurden einige schriftliche
Arbeiten, die für den Schüler fürs spätere Leben
von großem Nutzen sein konnten, aufgenommen,
die Anlage eines Haushaltungsbuches, die Anfertizung
eines Lebenslautes, einer Krankmeldung, die
Ausfüllung einer Postpaketadresse und einer Postanweisung.
Auch eine genaue Beschreibung der
im Hüttenbetriebe vorkommenden Prozesse erhiel-:;en
die Knaben von Anfang, damit sie befähigt
wurden, die Vorgänge, die sich auf der Hütte täglich
vor ihren Augen abspielten, zu verstehen. Unterricht
im Schreiben und Singen vervollkommnete
die Ausbildung. Der Wert der in den Werkstätten
hergestellten Gegenständen betrug im Schuljahr
rund 13000 Mark. Der Ertrag des Gartens wurde
'ür das Schlafhaus der Hütte verwendet. Der Wert
der geernteten Früchte und Gemüse belief sich
im Sommer 1905 auf rund 400 Mk. Am ’*Schlusse
eines jeden Lehrganges wurde eine Abschlaßarüfung
abgehalten, welcher außer dem Leiter der
Firma und verschiedenen Mitgliedern des Hauses
Röchling die Kuratoriumsmitglieder, die Betriebsleiter
des Werkes und verschiedene geladene Gäste
beiwohnten. Mit diesen Prüfungen war eine Ausstellung-
der in den Werkstätten angefertigten
Gegenstände verbunden. Nach Beendigung des
Lehrganges erhält jeder Schüler ein- Zeugnis über
seine Leistungen. Um den besonders fleißigen und
:üchtigen Schülern auch ein äußeres Zeichen der
Anerkennung zu geben, wurden‘ bei Gelegenheit
der Schlußprüfung für jeden Lehrgang eine Anzahl
Bücher zumteil belehrenden, hauptsächlich techaischen
Inhalts, zumteil solchen aus der vaterländischen
Geschichte als Prämien an die besten
Schüler verteilt. Um das vaterländische Gefühl zu
fördern, wurden in jedem Jahre die vaterländischen
Feste unter Beteiligung einiger Betriebsleiter des
Werkes mit einer kleinen Schulfeier gefeiert. Zur
Pflege des kameradschaftlichen Gefühls und. der
Geselligkeit unter den Schülern wurde mit jedem
Lehrgang ein Ausflug nach naheliegenden Ortschaft
'en unternommen. ”
Wenn auch nach dem kurzen siebenjährigen
Bestehen der Schule über den damit erzielten Er
folg und, ihre Einwirkung auf die Handarbeiterschaft
ein endgiltiges Urteil noch nicht zu fällen
ist, so kann doch jetzt schon gesagt werden, daß
der Einrichtung seitens der Handarbeiterschaft ein
immer größeres Interesse entgegengebracht wird
Die Anmeldungen für die Werksschule nehmen fortwährend
zu. Schon 1006 konnten nicht mehr alle
Schüler untergebracht werden. Aus diesem Grunde
wurden in dem neuerbauten Schlafhause größere
und praktischere Lehr- und Arbeitssäle veschaffer