ıung des für das Jahr notwendigen Ersatzes an
Hüttenarbeitern von rund 200 Mann auf drei
Monate beschränkt, damit möglichst alle jugendlichen
Arbeiter die Schule besuchen könnten. Als
Schulgebäude wurde vom Werke ein größeres
Haus in der Hofstattstraße auf mehrere Jahre gemietet,
welches durch Vornahme verschiedener baulicher
Veränderungen für den Zweck brauchbar gemacht
wurde. Für den Handarbeitsunterricht wurde,
abweichend von den meisten bestehenden Handfertigkeitsschulen,
bestimmt, daß nur praktisch verwertbare
Gegenstände, die auf dem Werke gebraucht
wurden, hergestellt werden sollten. daß
also die sogenannten Kunstarbeiten, wie Modellieren
und Kerbschnitzen, auszuschließen seien. Dies
geschah einesteils, damit die Schüler hier schon
möglichst viele Gegenstände kennen lernen sollten,
mit denen sie bei ihrer späteren Beschäftigung
in Berührung kommen, andernteils aber auch,
um die bedeutenden Kosten der Schule (der
erforderliche jährliche Zuschuß betrug bei dem Umfang
von 1907 rund 10000 Mk.) nicht zu sehr zu
steigern. Die Höhe der Kosten erklärt sich
daraus, daß die Schüler für die Arbeit, dic
sie leisten, mit 0,60 Mark den Tag entlohnt
wurden und daß zur Beaufsichtigung der Werkstattsarbeiten
ein praktisch ausgebildeter Meister
angestellt werden mußte, dem für die übrigen Abteilungen
je ein Gehilfe beigegeben wurde. Die
Gehilfen werden während der Vormittagsstunden
auf der Hütte beschäftigt. Die Oberaufsicht über
die Schule wurde einem Betriebsingenieur der Hütte
zugteteilt, dem ein Kuratorium, bestehend aus verschiedenen
Angestellten der Hütte, zur Seite gestellt
wurde. Um den Hüttenleuten bei der beharrlichen
Beschränkung der Betriebszeit, welche als Folge
aller möglichen gesetzlichen Bestimmungen auch
häufig da eintritt, wo sie vom Gesetzgeber gar
nicht beabsichtigt worden ist, die Möglichkeit zu
geben, ihre Arbeitskraft voll zu verwerten, gab
die Hütte sich alle Mühe, die Teilnahme der Lohnarbeiterschaft
für Gartenbau, Feldbau und Viehzucht
zu fördern und sie durch den lockenden
Ertrag darauf hinzuweisen, diese Tätigkeit neben
ihrer Berufsarbeit zu betreiben. Das hatte sich
in reiferem Alter nicht mehr als sehr wirkungsvoll
erwiesen, und daher ging man später darauf aus,
diese Neigungen schon der Jugend einzuimpfen.
Damit aber nach der Schulzeit das Gelernte nicht
wieder verloren ging, wurden 1905 den Schülern
aine Anzahl von Landparzellen neben dem Schulgarten
umsonst mit der Verpflichtung überlassen,
sie auch richtig zu bearbeiten. Dabei wurde zugelassen,
daß die Angehörigen der Jungen sich
an der Bearbeitung beteiligten, da nur auf diese
Weise auch bei den Familien das Interesse für
diese Veranstaltungen geweckt werden konnte:
Einzelne widmeten sich ihrer Aufgabe mit Liebe,
während andere wenig oder gar keinen Erfolg
hatten. Zur praktischen Ausübung des Gartenbaues
wurde ein Schulgarten von 1500 qm Fläche angelegt,
bearbeitet und bepflanzt. Zum Unterrichte
in der Viehzucht wurden die vorhandenen Stallungen
des Schlafhauses der Hütte verwendet. Den
Unterricht in den theoretischen Fächern mit Ausnahme
des Zeichnens übernahmen die Rektoren
und Lehrer der Völklinger Volksschulen. Der
Zeichenunterricht wurde von einem Angestellten des
Werkes und der Turnunterricht von einem Vorturner
erteilt. Durch den Turnunterricht wurde die körperiche
Ausbildunz sichtlich gehoben. Es war oft er-ACC