Einen Erfolg hatten diese Bestrebungen insofern,
als man seit der Entstehung der Schule
äußerst selten einen Lohnarbeiter in zerrissenen
Arbeitskleidern sah. Im Gegenteil wurde unverkennbar
das Bestreben bemerkbar, auch die Arbeitskleider
in sauberem und ordentlichem Zustande
zu erhalten. Schon an die Nähschule schlossen
sich von Zeit zu Zeit Kochlehrgänge an, welche
von Haushaltslehrerinnen abgehalten wurden. 1906
wurde aber eine vollständige Haushaltungsschule
und Fachschule eingerichtet, in welcher in vierteljährlichen
Lehrgängen je ı5 Mädchen im Kochen
und allen sonstigen Haushaltsarbeiten von Lehrerin.
nen der Haushaltungsschule in Saarbrücken ausgebildet
werden. Aufgewendet wurde für diese Ein.
richtung 1906 ein Betrag von 8285,56 Mk. Das
Ziel der Schule geht außerdem auf die Erlernung
ainer billigen Wirtschaftsführung.
2. Werksschule.
In noch ausgiebigerer Weise als für die
Mädchen, welche nur auf den Beruf der Hausfrau
vorbereitet werden, wurde für die Knaben vorgesorgt,
welche den Stamm der künftigen Hüttenarbeiterschaft
bilden sollten. Im April 1903 wurde
eine Fortbildungsschule (Werksschule) für die aus
der Schule entlassenen Knaben, welche später als
Lehrlinge und Hilfsarbeiter auf der Hütte tätig
werden wollten, errichtet. Es wurde damit bezweckt,
die Ausbildung der Volksschule zu erweitern und
durch Handarbeitsunterricht Auge und Hand soweit
zu bilden, daß die Lehrlinge nicht nur in ihrer
späteren Beschäftigung die ihnen übertragenen Ar
oeiten zu erledigen, sondern auch die im Haushalte
häufig vorkommenden kleineren Ausbesse.
‚ungsarbeiten ohne fremde Hilfe auszuführen imstande
wären. Durch theoretischen und praktischen
Unterricht im Gartenbau wurden die Jungen instand
gesetzt, einen Hausgarten in ertragswirtschaftlicher
Weise zu betreiben: Durch Belehrungen über wirtschaftliche
Fragen wurde versucht, ihnen Sinn für
Häuslichkeit, Seßhaftigkeit und sparsames Leben
zu wecken und sie zu denkenden und mit ihrem
T‚ose zufriedenen Handarbeitern heranzubilden.
Der Lehrplan umfaßte folgende Unterrichtsfächer
für den theoretischen Unterricht: Zeichnen
wirtschaftliches Rechnen, “Geometrie, wirtschaft.
ıiches Lesen, ethisches Lesen (Deutsch), Gartenbau
und Turnen; für den Handarbeitsunterricht :
Schlosserei, Klempnerei, Schreinerei, Buchbinderei,
Bürstenmacherei, Gartenbau und -Arbeit und Vieh.
zucht. Der theoretische Unterricht umfaßte das
praktische Rechnen, wie es im Hüttenbetriebe nötig
ist, ferner das Rechnen für den Haushalt, z. B.
die Kosten der Herstellung: eines Zaunes und dergleichen.
Im Unterricht im Lesen werden die
ganzen Arbeiterversicherungsgesetze, die Unfallvernütungsvorschriften,
die zur allgemeinen Bildung
gehörenden Kenntnisse über das Wahlrecht usw.
9ehandelt. Unterricht im Schreiben und Singen vervollkommnet
die Ausbildung. Als Unterrichtszeit
wurde festgesetzt: für den theoretischen Unterricht
sinschließlich Turnen die Vormittagsstunden von
7'j2 bis ı2 Uhr mit dazwischen liegender Frühstückspause;
für den praktischen Unterricht die
Nachmittagsstunden von 11/2 bis 6 Uhr mit dazwischenliegender
Vesperpause. Die Anzahl der
Schüler für jeden Lehrgang mußte den gegebenen
Platzverhältnissen in der Schulräumen angepaßt
werden und wurde auf fünfzig festgesetzt. Die
Dauer eines jeden Lehreanses wurde nach Rerech.