im Jahre 1904 eine Arbeiterbaugenossenschaft gegründet.
Bis 1907 wurden 9 Einfamilienhäuser und
43 Zweifamilienhäuser fertiggestellt. Außer dieser
Bautätigkeit, die durch die Mittel der Landesversicherungsanstalt
der _Rheinprovinz unterstützt
wurde, unterstützte die Hütte den Erwerb eigener
Häuser seitens der Hüttenleute selbst und durch
die Vermittlung ihrer Lohnarbeiterpensionskasse
Baudarlehn wurden abgegeben bis zum Jahre
1903 . 0.0... 188140 M
1904 . . 0... 85040
[905 20.0... 241295 ,
Die Darlehn wurden‘ zum größten Teile aus
der Lohnarbeiterpensionskasse entnommen und zu
3,5% als mündelsichere erste Hypothek auf die
Häuser gegeben. Die starke Entwicklung der Jahre
1904, 1905 und 1906 beruhte darauf, daß der Lohnarbeiterschaft
Zuschüsse bis zu der für den ein.
zelnen erforderlichen Höhe vonseiten der Firma
gegeben wurden. Die Zahl der im ganzen gewährten
Darlehn betrug Ende 1906: 216 mit einer
Gesamtsumme von rund 853 ooo Mk. Da die Lohnarbeiter
nicht immer in der Lage waren, sich mit
einer ersten Hypothek, welche nicht über die Mün
delsicherheit hinausgehen durfte, zu begnügen,
wurde das fehlende in vielen Fällen von. der Hütte
zugeschossen. Die hierfür aufgewandte Summe betrug
bis 1906 64000 Mk. Seit Anfang des Jahres
1906 wurden den Lohnarbeitern auch Darlehn aus
der Werkskasse gegen Bürgschaft zur Erwerbung
von Grund und Boden abgegeben. Tüchtigen Lohnarbeitern
mit guter Führung und zahlreicher Familie
bewilligte die Hütte sogar weitere Unterstützung
in der Weise, daß sie ihnen für eine. bestimmte
Reihe von Jahren Prämien gewährte, um ihnen
30 die Abzahlung der Hyvothekenschulden zu er.
'eichtern.
Es wurde im August 1904 eine Arbeiter.
Daugenossenschaft gegründet, deren Aufsichtsrat
zum größten Teile aus Mitgliedern der Firma be.
stand. Im Laufe des Jahres wurde der Bürger:
meister von Völklingen in den Aufsichtsrat gewählt,
sowie ein evangelischer und ein katholischer
Geistlicher. Die Verwaltung bestand aus einer Anzahl
Geschäftsführern, die sämtlich Angestellte der
Firma waren und dem Bauwart, der ebenfalls Anzestellter
der Firma war. Die Tätigkeit der Geschäftsführer
und des Bauwarts war ehrenamtlich
und beanspruchte einen sehr erheblichen Teil der
Arbeitskraft der Betreffenden; insbesondere war
lies beim Bauwart der Fall, da das Bestreben der
senossenschaft dahin ging, für jedermann ein Haus
nach‘ seinen Bedürfnissen zu bauen. Bedingung dabei
war, daß das Haus billig war und daß auch
ei seiner Billigkeit eine ordentliche und hübsche
Ausführung erzielt wurde. Es wurden von August
1904 bis Ende 1906 52 Wohnhäuser fertiggestellt.
Die Hütte übernahm Genossenschaftsanteile in der
Höhe von 15000 Mk. und gewährte zeitweilige
Barvorlagen bis zur Höhe von 100000 Mk. Der
I’'yp der Häuser ist im allgemeinen das Zwei.
'amilienhaus. Die Häuser werden nicht vermietet,
sondern von den Lohhnarbeitern erworben. Das
Zweifamilienhaus kostet einschließlich Grund und
Boden sowie eines kleinen Gartens etwa 7000 Mk.
Erforderlich sind für die Verzinsung etwa 4%, für
Tilgung sind 2% vorgesehen. und Verwaltungs-