Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

grundsätzlich und völlig enthielten, und zwar 10 Mk.
Vierteljahrsprämie nach einem Jahre, 15 Mk. nach
zwei Jahren, 20 Mk. nach drei Jahren usw.

I. Schlathäuser. ;
Um denjenigen Lohnarbeitern, welche keine
Familie haben, billige Unterkunft zu bieten, schuf
die Hütte bereits 1882 das erste Schlafhaus mit
Verpflegung. Es wurde in dem Dachgeschoß des
Hauses eingerichtet, in welchem jetzt das Büro
des Materialmagazins ist. Es wurde mit 20 Betten
besetzt, die bis 30 anstiegen. Diese Einrichtung
erfreute sich bald so allgemeiner Benützung, das
lie Anstalt fortgesetzt erweitert werden mußte. Als
nach dem Bau des Hochofens II das alte Gebläsehaus
 frei wurde, wurde es zum Schlafhaus für 100
Betten und mit Verpflegung eingerichtet. 1889
wurde aus Anlaß der Ausschachtungsarbeiten für
das Stahlwerk ein besonderer Schlafhausschuppen
gebaut. Anstelle der vorher bestehenden verschiedenen
 kleineren Schlafhäuser und Menagen wurde
1898 ein größeres Schlafhaus mit Badeeinrichtung
mit einem Aufwande von 124000 Mk. errichtet.
Es bot für 220 Mann Unterkunft. Aus der in demselben
 bestehenden Küche mit Dampfkochapparaten
könnte noch eine größere Zahl beköstigt werden.
Auch unterstützungsbedürftige Familien wurden von
hier aus gespeist. Die Zimmer des Schlafhauses
waren kasernenmäßig eingerichtet. In der Küche
wurde in vier innen verzinnten Kupferkesseln mit
Dampf gekocht. 1903 wurde die erste Schlafbaracke
für 50 Mann gebaut und eingerichtet und 1905
weitere drei Baracken für. je 50 Mann. Im Herbst
1905 wurde eine neue Küche mit 220 qm Boden-‘läche
 angebaut, vier Kupferkessel und zwei Nickelkessel
 mit je 4001 Inhalt aufgestellt und im Frühjahr
 1906 in Gebrauch genommen. 1906 wurden
die Häuser von Petsch und Becker angekauft und
ein weiteres Haus gemietet und alle drei mit
180 Betten besetzt. 1906 waren sämtliche
600 Betten der Schlafhäuser belegt, und es wurde
ein weiteres Schlafhaus gebaut, welches weitere 500
Betten aufnahm. Die Preise der Speisen waren
noch 1906 dieselben wie 1896. Es wurde damals
täglich durchschnittlich verausgabt:
180—200 Frühkaffee zu 8A
300—600 Mittagessen » 35
[00—150 Mittagkaffee 2 7
400—420 Abendessen m
[50—200 Brote „65
600 Nachtlager » 10
Branntwein, Bier und Tabak wird jedoch nicht
zeliefert

K. Badeanstalten.
Im Jahre 1886 errichtete die Hütte für ihre
Angestellten und Handkräfte für die Sommermonate
Juni bis September die erste Badeanstalt und unterstellte
 sie einem technischen Hüttenangestellten.
Dieselbe umtaßte zwei geräumige Schwimmbecken
ınd drei geschlossene Zellen. Sie wurde jedoch
anfangs nur schwach benutzt, da sie zu weit von
der Hütte ablag. Nachdem man sie näher gerückt
hatte, hob sich der Besuch merklich. Auch Frauen
und Kinder der Hüttenarbeiter benutzten sie jetzt,
sodaß die Zahl der die Badeanstalt besuchenden
männlichen Erwachsenen diejenige der weiblichen
Erwachsenen und Kinder nur um ein geringes überstieg.
 Für die Ordnung während der Badezeit, SOwie
 für die Bereitung der Bäder und die Reinhalung
 der Anstalt waren ein Badewärter und eine

fe
Sa
            
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