gegeben und nach Rücksprache mit den Massenärzten
des Werkes behandelt. Die auf diese Weise
zesammelten Erfahrungen sowie die fortlaufend ge-‘ührten
Unfallstatistiken gelangen, sofern nicht besonders
wichtige Ergebnisse eine sofortige Beardeitung
erfordern, in vierteljährigen Zeitabschnitten
ım Verwaltungsbüro zur gemeinsamen Besprechung
unter sämtlichen Betrichbsvorständen. Das FErgebnis
dieser Beratungen wird, ebenso wie die Nachweisung
über die auf die einzelnen Betriebsabteilungen
entfallenden Unfälle den Werkmeistern bekannt
gegeben. Unfälle, welche auf Fahrlässigkeit,
nangelhafte Beaufsichtigung oder Unterweisung
ınd dergleichen zurückzuführen sind, habem eine
unnachsichtliche Bestrafung der Schuldigen zur
Folge, dagegen werden bei zufriedenstellenden Abschlüssen
Geldprämien ausgezahlt. Um die an
Sonn- und Feiertagen erforderlichen Arbeiten, sowie
die an den Werktagen notwendigen Ueberstunden
im Einklang mit den einschneidenden gezetzlichen
Bestimmungen zu halten, finden nicht
nur häufige Nachprüfungen statt, sondern es werden
auch die regelmäßig von den Betrieben erstatteten
Nachweisungen auf die Zulässigkeit dieser Arbeiten
hin geprüft und über die hierbei etwa beanstandeten
Fälle wird dem Verwaltungsbüro berichtet. Dem
mit der Wahrnehmung dieser Interessen beauftragten
Angestellten wurde wiederholt Gelegenheit geboten,
die Einrichtung anderer in dieser Hinsicht
mustergiltig geführter Großbetriebe aus eigener Anschauung
kennen zu lernen.
F. Fürsorge für Unfallverletzte.
Auf dem Werke besteht eine große Verbandstation,
in welcher der Kassenarzt Sprechstunde
hat und wo ständig Tag und Nacht ein geprüfter
Heilgehilfe anwesend ist. In sämtlichen Betrieben
sind Verbandkästen zur Anlegung von Notverbänlen
verteilt und von jedem Betrieb sind mehrere
Leute, vorwiegend Meister oder Vorarbeiter, zur
Anlegung von Notverbänden durch den Hüttenarzt
ausgebildet. In jedem Falle muß sich der
Verletzte auf der Station vom Heilgehilfen untersuchen
und kunstgerecht verbinden oder dem Arzte
zuführen lassen. Zwölf Mann der Werksfeuerwehr
sind im Sanitätswesen unterrichtet, und diese Ab-‚eilung
wird von einem der Kassenärzte geleitet.
Außerdem verfügt die Hütte noch über eine
Samariterabteilung des „Roten Kreuzes‘, bestehend
aus etwa 40 Mann der Lohnarbeiterschaft. Der
größte Teil der Meister ist im Anlegen des ersten
Verbandes unterwiesen. Vier Krankentransportwagen
mit abhebbaren Tragen, dienen zur Ueberführung
der Verletzten und Kranken in das
Krankenhaus. Der zuletzt angeschaffte, von Maquet
n Heidelberg nach Angabe des Werks gebaute,
hat für den Verkehr im Werke ein vierräderiges
auf Schienen laufendes Untergestell, sodaß, da das
Werk überall mit Gleisen durchzogen ist, sowohl
bis unmittelbar an die Unfallstelle gefahren werden
kann, als auch ein ruhiger Transport des Verunzlückten
ohne jede Erschütterung erzielt wird. Am
Pförtnerhause wird die Bahre von diesem Gestell
auf einen entsprechenden zweiräderigen Wagen zur
Weiterbeförderung ins Krankenhaus gesetzt, während
die auf letzterem ruhende Bahre auf das für
das Werk bestimmte Gestell kommt und sofort
wieder zum Abholen weiterer Verletzten benutzt
werden kann.