Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

das Werk zu errichten, mittelst welcher man in
der Lage war, in ernsteren Fällen einen Brand
rechtzeitig und schulgerecht zu bekämpfen. Die
f[ortgesetzte Erweiterung des Werkes mit seinen
zerstreut liegenden Werkstätten und Magazinen und
nicht minder die wegen ihrer verschiedenen Höhenlagen
 schwer zugänglichen Betriebsteile erforderten
sine durchgreiftende Organisation der Feuerlöschbereitschaft.
 Es befanden sich wohl schon in
früheren Jahren an verschiedenen Stellen des Werzes
 einzelne Feuerlöscheinrichtungen, welche in
Notfällen schnell von den nächststehenden Leuten
ın Tätigkeit gesetzt wurden, doch fehlte diesen
Einrichtungen der einheitliche Zug, bis endlich im
Jahre 1900 der Leiter des Walzwerkes mit der
Neuordnung des Feuerlöschwesens und mit der
Schaffung einer uniformierten Feuerwehr betraut
wurde. Zwar verursachte die Auswahl geeigneter
Leute sowie nicht minder die Errichtung eines Gerätehauses
 zuerst einige Schwierigkeiten, doch
zonnte nach Ueberwindung derselben noch vor Abauf
 des Jahres mit den regelmäßigen Uebungen
»egonnen werden. Da zunächst dafür keine besondere
 Vergütung erfolgte und die Mannschaften
xäufig wechselten, so hatte man jedoch weiter mit
nancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem
lie junge Wehr ihre erste Entwicklung hinter sich
natte, wurde ihre Leitung behufs weiterer Ausbillung
 des Feuerlöschwesens um die Mitte des Jahres
(902 einem feuerwehrtechnisch gebildeten Angestell-;en
 übertragen. Der neue Leiter, welcher bei der
Feuerwehr die Stelle eines Oberbrandmeisters einıahm,
 schuf zuerst eine durchgreifende Organisation
des gesamten Löschwesens der Hütte nach neuerem
Muster. Durch Abhaltung von Führerlehrgängen
wurden eine Anzahl tüchtiger Exerziermeister gewonnen,
 ferner wurde durch Einstellung junger ehemaliger
 Soldaten eine stramme heermäßige Zucht
erzielt, welche nicht nur die Ausbildung des einzelnen
 Mannes nach den neuen Uebungsvorschrif-‚en
 erleichterte, sondern auch dem gruppenweisen
Zusammenarbeiten der Mannschaften an den Ge-:äten
 förderlich war. Zur Regelung des Feuerwehrdienstes
 wurden ferner Satzungen erlassen,
Uebungsordnungen ausgegeben und Hydrantenpläne
 für die Hütte, für Völklingen und für Wehrden
angelegt. Auch erfolgte die Bildung einer Musikkapelle,
 eines Feuerwehrgesangvereins, sowie einer
Signalistenabteilung. Um bei Unfällen von
Menschen die erste Hilfe leisten zu können, wurde
eine vorschriftsgemäß geschulte Sanitätsabteilung
gebildet. Durch regelmäßige Instruktionen,
Manöverübungen, Geräte- und Fußexerzieren, für
welche 1902 eine bestimmte Vergütung eingeführt
wurde, erhielt die Wehr nicht nur den erforderlichen
 Grad der Ausbildung, sondern es wurde bei
den Wehrleuten auch das Interesse für den ernsten
Beruf mehr und mehr geweckt, sodaß es gelang,
die Leistungen der Wehr denjenigen anderer großer
freiwilliger Feuerwehren ebenbürtig zur Seite zu
stellen. Insgesamt konnten 1907 92 uniformierte
aktive Mannschaften und etwa 70 nicht uniformierte,
zegen Unfall- und Haftpflicht versicherte Ersatzmannschaften
 zum Feuerwehrdienst herangezogen
werden. Die Ersteren waren in zwei selbständige
Löschzüge formiert, während die Ersatzmannschaften
 bei größeren Bränden den Ordnungsdienst zu
versehen hatten. Das Wasser für Löschzwecke wird
len Hoch- und Niederdruckrohrnetzen des Werkes
antnommen, und zwar durch Vermittlung von 9I
über das Gesamtgebiet verteilten Hydranten. Mit

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