Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

xenkontrolleur übertragen, welcher das Einsammeln
ınd Aufhängen der 700 bis 800 Marken für beide
Schichten zu besorgen hatte. Unabhängig von
dieser Markenkoniroile wurde auch der Wachdienst
ausgebildet. Außer dem Hauptpförtner versah ein
invalıde den Nachtdienst im L’orhaus, während ein
Nachtwächter wie bisher seine Rundgänge auf dem
Werke selbst ausführte. Als 1891 das Stahlwerk
jenseits der Eisenbahn gebaut wurde und dadurch
das Werk eine zweite unabhängige Hälfte angegliedert
 bekam, mußte für diesen Teil des Werkes
mit einer Belegschaft von 800 Mann eine besondere
Eingangspforte angelegt werden. Nach weiteren
fünf Jahren zählte das aufblühende Werk ‘bereits
gegen 3000 Handarbeiter und dementsprechend
mußte auch der Wachdienst verstärkt werden. Es
wurde ein besonderer Angestellter damit betraut,
über die Wächter und Pförtner die Aufsicht aus
zuüben, sie auszubilden und ım Dienste zu vervollkommnen.
 Anfang des Jahres 1895 wurde ein
uniformierter Schutzmann angestellt, welcher aus
der Gemeinde auf die Hütte übernommen wurde.
ihm unterstellte man zwei Wächter für den Tagund
 zwei für den Nachtdienst. In, diesen Posten
fanden vorzugsweise Halbinvaliden Verwendung.
Die Obliegenheiten der Aufsichtsträger am Torhaus
 und im Wachdienste erweiterten sich jedoch
mit der Zeit derart, daß, sechs Jahre später im Eisenwerk
 sowie im Stahlwerk je zwei selbständige
Pförtner und ein Jahr später vier vollkräftige und
geübte Nachtwächter eingestellt werden mußten,
welche auf ebensoviel genau begrenzte Wächterbezirke
 mit 18 zerstreut liegenden Stationen für
die Selbstkontrolle verteilt wurden. 1904 wurde das
Amt des Markenkontrolleurs aufgehoben und diese
Tätigkeit den Pförtnern mitübertragen. Eine ausführliche
 Dienstanweisung regelte die Aufgaben der
Pförtner. Für Monteure wurden noch besondere
Bestimmungen getroffen. Um diese Zeit gab auch
das stetige Anwachsen der Lohnarbeiterzahl Veranlassung,
 wegen Unzulänglichkeit der bisherigen
Kontrolle der Lohnarbeiter durch Blechmarken,
Versuche mit anderen Kontrollsystemen vorzunehmen,
 und man entschied sich auch aus Zweckmäßigkeitsgründen
 für die teilweise Einführung der Kon:
(rollschlüssel, eines Patentes der Continental-Baudy-Gesellschaft.
 Um den erhöhten Anforderungen an
den eigentlichen. Polizeidienst auf der Hütte gerecht
zu werden, wurde noch in demselben Jahre ein
zweiter Schutzmann eingestellt, sodaß nunmehr eine
geregelte Organisation, sowie auch eine hinreichende
 Aufsicht über das gesamte Wach- und
Kontrollpersonal, dem man die Bezeichnung „Hüttenpolizei‘‘
 gegeben hatte, gewährleistet war, Während
 bis 1905 die Pförtner keinerlei besondere
Dienstabzeichen getragen hatten, wurde nun diesen
die neueingeführte kleidsame Hüttenuniform als
Dienstkleid verliehen. Die Tätigkeit der Hüttenpolizei
 wurde 1905 dadurch erweitert, daß ihr die
Aufsicht über die Zugpferde, die Fahrradhallen,
die Bierbuden, die Krankenwagen, die Aufenthaltsräume
 und Bedürfnisanstalten, sowie der gesamte
Feuerwachdienst übertragen wurde. 1907 umfaßte
sie achtzehn Aufsichtsführende unter der Leitung
eines technisch und gewerbenolizeilich ausgehildeten
Hüttenancestellten.

D. Werkfeuerwehr.
Trotzdem Völklingen bereits seit Jahrzehnten
eine Feuerwehr besaß, so trat doch die Notwendigkeit
 heran. eine derartige Einrichtung auch für

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