hinaus. Ihre Versicherten erhielten ursprünglich eine
Krankenrente von der Hälfte ihres Tagelohnes. Bei
Unterbringung im Krankenhause der Hütte erhielten die
Kranken bis 1904, wenn verheiratet, die Hälfte, wenn
zie andere Angehörige zu unterstützen hatten, ein-Viertel,
wenn sie allein standen ein Achte! der Krankenrente.
Seit dem 1. Januar 1904 wurde verheirateten
Lohnarbeitern, wenn sie im Krankenhause untergebracht
wurden, jedoch die volle Krankenrente ausgezahlt. Am
1. Januar 1906 wurde die Krankenrente auf zwei Drittel
les Tagelohnes erhöht. Die Sterbeprämie der Mitzlieder
wurde ferner auf das Vierzigfache des Betrages
ler Krankenrente erhöht, bei dem Tode der Ehefrau
des versicherten wurde eine Sterbeprämie von 50 A,
bei dem Tode eines Kindes im Alter bis zu einem Jahr
ine Sterbeprämie von 15 % und bei einem Kinde im
Alter vom zweiten bis zum sechzehnten Jahre eine
Sterbeprämie von 30 AM eingeführt. Schon vorher hatte
lie Krankenkasse die Ärztliche Behandlung der Angehörigen
der versicherten durch besondere Verträge
mit ihren Aerzten billig geregelt. Jetzt übernahm sie
auch noch einen Teil der Behandlungskosten der Anzehörigen
und die Hälfte der Arzneikosten für dieselben.
Zu den Gehältern der vier Aerzte und eines Zahnarztes,
welche bestellt wurden, zahlte die Firma erhebliche
Beiträge und die Kasse trat mit einem Spezialarzt
für Augenkrankheiten sowie für ihre auswärtigen
Betriebe mit vier anderen Aerzten in ein Vertragsverhältnis.
Bei Erkrankung der Angehörigen der
Yüttenangestellten übernahm die Hütte ebenso die
Aälfte der Arzneikosten und einen erheblichen Teil
der Behandlungskosten. An der Krankenpflege in den
Familien der Hüttenarbeiter. beteiligte sich die Firma
außer einem Zuschusse zu einem in Völklingen bestehenden
katholischen Schwesternheim durch Anstelung
zweier Pflegerinnen, welche in den Famlilen
»flegen oder nach deren Haushalten sehen.
Am 17. August 1899 fand die Einweihung eines
eigenen neuerbauten Krankenhauses mit 82 Betten im
Beisein von Frau Karl Röchling, Louis Röchling, Fritz
Röchling und Paul Röchling statt, und der Vorsitzende
der Krankenkasse überreichte dem Arzte Dr. Ziillessen
den Schlüssel zu dem neuen Hause, welches die Möglichkeit
einer sachgemäßen Behandlung aller Krankheiten
und Gebrechen gewährleistet. Nach acht Jahren
war dasselbe bereits weitaus zu klein geworden.. Am
24. Oktober 1908 wurde das-neue, Krankenhaus eingeweiht,
das ein zehn Meter langer Gang mit dem alten
verband. Geheimer Kommerzienrat Karl Röchling begrüßte
selbst die Gäste, und Hermann Röchling hielt
die Weiherede. Das Krankenhaus bot den Kranken
alle Segnungen der neuen medizinischen Errungenschaften.
Ein Dauerbad auf der chirurgischen Station
zur Behandlung schwerer Verbrennungen, ein neuzeitlich
ausgestattetes Röntgenzimmer zu Innenuntersuchungen,
eine Abteilung zur Anwendung der physikalischen Heilmethoden
zeichneten es vor vielen ähnlichen Anstalten
aus. Im Kellergeschoß waren römisch-irische Bäder,
alektrische Bäder, Heiß- und Warmlufträume, Massierraum
und Inhalationsraum untergebracht, ferner eine
Dampfwaschanlage, die Räume für den Desinfektionsapparat
und der Kesselraum für die Niederdruckdampfheizung
nebst den Kohlenkellern. Erdgeschoß und
Ibergeschoß enthielten je einen großen Saal für 24
Betten nebst den Tageräumen dazu, zwei geschlossene
Veranden und Nebenräume als Schwesternzimmer und
Teeküche. Das Dachgeschoß enthielt ebenfalls Krankenzimmer
mit den erforderlichen Nebenräumen, sodaß in
dem Neubau im ganzen hundert Betten untergebracht
werden konnten. An die Heizung wurde auch das alte
<Zrankenhaus angeschlossen Fhbenen wurde von ihr