Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

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reichen, wie sie früher praktisch infolge der Lohnabzüge
 aus Strafgründen zwischen gewissenhaften und
nachlässigen bestanden hatte. Lohnarbeiter, die
dauernd und ununterbrochen im Hüttendienste standen.
erhielten jetzt Monatsprämien, und zwar
für dreijährige ununterbrochene Arbeitszeit 4.%
für vierjährige ununterbrochene Arbeitszeit 5.%
für fünfjährige ununterbrochene Arbheitszeit 6.1
für scchsjährige ununterbrochene Arbeitszeit 6,25 4
nd für jedes weitere Jahr 0,25 .% den Monat mehr.
An Ordnungs- und Dienstaltersprämien wurde ausgezahlt


1904
1905
1906

90 948,50 M
109 967,95 M
129 301.30 M

Soweit diese Prämien Ordnungsprämien waren,
welche dem regelmäßigen Erscheinen zur Werksarbeit
in nüchternem arbeitsfähigem Zustande galten, soweit
lienten sie als Vergütung für die Pünktlichkeit und
Regelmäßigkeit der Handarbeit, welche für jedes Unternehmen
 einen besonderen Wirtschaftswe-t besitzt, so
schwer sich derselbe auch in bestimmte Zahlenwerte
fassen läßt. Soweit sie Dienstaltersprämien waren,
stellten sie einen Anreiz für die Handkräfte dar, ein
einmal gewonnenes Dienstalter nicht durch Ileichtsinnigen
 Wechsel der Arbeitsstelle zu verlieren, und
dienten so demselben Zwecke. Daß sie gleichzeitig
den einseit:gen Wirkungen der Akkordarbeit etwas entgegenwirkten,
 bei welcher der Lohn sich einzig nach
der Massenleistung in einem bestimmten Zeitraum bemißt,
 konnte nicht als grundsätzlicher Fehler geiten,
denn eine Ueberspannung des Akkordgrundsatzes führte,
wie häufig beobachtet, leicht zu flüchtiger, fehlerhafter
Leistung.
Um diese vielseitigen Verhältnisse zu übersehen
und zu beherrschen, war nicht nur eine umfassende
Organisation der Lohnarbeiterschaft mit mehreren Zwischenstufen
 geschaffen worden, sondern um dem
einzelnen Lohnarbeiter überdies die Möglichkeit zu
geben, sich persönlich an den höchsten technischen
Leiter des Werkes zu wenden, wurde 1904 auch noch
ine regelmäßige Sprechstunde eingerichtet, in welche“
ler technische Leiter des Werkes, Hermann Röchling,
‘ür jeden zu sprechen war. Vom 1. Juni 1905 bis 31
Mai 1906 besuchten diese Sprechstunde 500 Personen.
2. Die gesetzliche Zwangsfürsorge für
Angestellte und Lohnarbeiter.
A. Krankenkasse.
Bei der geringen sparwirtschaftlichen Veranlagung
der breiten Schichten der Bevölkerung des Saargebietes
 begannen alle Großunternehmungen in demselben
“rüh, Krankenkassen zu gründen, an welche sich Ruherentenkassen
 anschlossen. Auf der Röchlingschen Koksofenanlage
 Altenwald war bereits 1869 eine Krankenkasse
 gegründet worden, und das Völklinger Eisenwerk
gründete 1882 für seine Lohnkräfte ein solche. Sie
begann mit 289 Mitgliedern und 2160 A Einnahmer,
und besaß 1906 5897 Mitglieder und 267283 .% Einıahmen
 und dazu eine Vermögen von 311074 4. 1882
wandte sie 1,75 M auf den Kopf des versicherten auf,
und 1906 44,26 MM.
Die Krankenkasse machte die allgemeine Entwick-‚ung
 der Krankenversicherung des Deutschen Reiches
seit deren Entstehung mit, ging aber über die gesetzlichen
 Zwanegsleistungen in sehr wesentlichen Punkten
            
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