Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

Zahl und die Leistungen der Krane stieg von Jahr
zu Jahr. Zur Abstoßung von Ausschachtungsstoffen,
Schutt, Asche und Schlacke nach der Halde wurde
im Jahr 1902 eine weitere Drahtseilbahn mit elektrischem
 Antrieb in Betrieb genommen.
Mit der Entwickelung von Bezug und Verschaffung
ınnerhalb der Hütte entwickelte sich die Lagerei
von Hüttenerzeugnissen. Lagerbetrieb und Verladung
wurden 1881 zum Versand im wesentlichen mit
Menschenkräften ohne mechanische Hilfe besorgt. Die
Abfertigung befand sich vor der Schmiede im Eisenwerk.
 Die dortige Laderampe war ein kleines Stück
Geleis auf ebener Erde in der Höhe der Hüttensohle
und faßte drei Plateauwagen. Das Rangieren der Wagen
geschah durch Pferde, und alle Eisen mußten auf die
dortige hohe Rampe in die Eisenbahnwagen gezogen
werden. Das ging an, solange Lagerung und Versand
überaus gering waren. Als dagegen 1884 die Straßen
V und VI in Betrieb kamen, wurde die Schaffung einer
besseren Verladegelegenheit zur Notwendigkeit. Dieselbe
 wurde 1886 an der Stelle errichtet, wo sie noch
ıeute steht, und Ende 1887 durch ein besonderes Versandbüro
 ergänzt, das nun sämtliche schriftliche Verzandarbeiten
 erledigte, die bis dahin im Hauptbüro eredigt
 worden waren. Das Jahr 1888 brachte durch
die elektrische Lichtanlage und den Bau einer Warmsäge
 der Abfertigung eine große Erleichterung. Im
Januar 1889 wurde auch die Abfuhr von den Pressen
und das Magazin dem Versandbüro unterstellt. Mit
dem Bau des Stahlwerkes auf der anderen Seite der
Staatsbahn und den Unterführungen unter dieser begann
 eine Verschiebung sämtlicher Lager. Das alte
Lager zwischen Schmiede, Werkstätte und Bahn mußte
bis zur Unterführung abgegeben werden. Dagegen
wurde es bis zum Hochofengeleis erweitert. das nach
der Saar führte.
Nach der Aufnahme der Thomasstahlerzeugung
xurde die Halle des neuen Puddelwerkes zum Stabeisenmagazin
 hergerichtet. Im Stahlwerk wurde das Lager
erst nach und nach eingerichtet. 1895 mußten noch
zwei Drittel der damaligen Bestände im KEisenwerk
lager. 1896 wurde mit der Verlängerung der
Laderampe und dem jetzigen Kranlager im Stahlwerk
angefangen, ebenso mit der Verlegung der Flickschmiede
 und der Warmsäge nach dem Stahlwerk. 1900
wurde eine Trägerschere von Breuer und Schuhmacher
angeschafft. 1901 brachte den Verladekran. In diesem
Jahre wurden auch die ersten englischen Träger gewalzt.
 1902-—1904 wurde der ganze Lagereibetrieb umzeändert.
 Das KEisenwerklager wurde geräumt für
Kohlenwäsche, Kesselanlage, Koksöfen, Drahtstraße,
Verlegung des neuen Stabeisenmagazins und Verlegung
des Walzenlagers, das Stahlwerkslager für Verlegung
von Flickschmiede und Sägen, für die Erweiterung des
Schienenlagers, den Schienen- und Schwellenplatz für
Werkstätte, für die Verlegung der Unterführung Ill.
Dafür wurde ein Lager am Berg eingerichtet. Als ım
April 1904 die Drahtstraße in Betrieb kam, im ersten
Jahr aber noch mehr Stabeisen als Draht brachte,
vurde das Drahtlager eingerichtet. 1904—05 gehörte
das Drahtmagazin zum Lagerbetrieb, wurde aber dann
selbständig. Im Stahlwerk wurden 1904 drei Trägerscheren,
 zwei von Pels und eine vnn Schulze 1nd Nannann
 aufgestellt. ,
Der Versand begann im Frühling 1882. Das erste,
was zum Versand kam, waren Grubenschienen. Acht
Tage später rückten auch Träger ab, und zwar ZNP30,
auf Straße IV gewalzt. Je größer die erzeugten Werkstücke
 werden, desto kostspieliger wurde jedoch das
Laden. So mußten bei einem schweren Träger 450 oder
300 m/m mindestens 15 bis 290 Mann herangezogen weraA


            
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