außerordentlich lange, und da die Zeit bis zu ihrer
Heilung nicht abgewartet werden konnte, so mußte
ıhr für solche Fälle Hilfe gestellt werden. Dies geschah
durch Aufarbeiten der alten stehenden Walzenzugsmaschine
V (im sogenannten Neubau) und Aufstellung
eines ebenso alten Drehstromdynamos mit Seilantrich.
Während sie die Arbeit leisteten, wurde die Gasmaschine
weiter geprobt. Die beabsichtigte Zentrale
war freilich durch diesen Umstand gesprengt worden.
Ein Parallelbetrieb zwischen der alten 200 m entfernt
zelegenen Maschine V und den beiden neuheitlich gebauten
in der eigentlichen Zentrale war wegen des
hohen Spannungsabfalles der ersteren nicht möglich.
Die Kraftentnahme aus dem im Eisen- und Stahlwerk
bereits weit verbreiteten Leitungsnetz wuchs jetzt von
Tag zu Tag, so namentlich durch die Motoren der
neuerbauten Kohlenwäsche, durch die elektrischen Antriebe
der Richtpresse im Stahlwerk und Eisenwerk,
durch mehrere Walzendrehbänke, Kräne, Werkstätten
und Pumpen allerorts, sodaß man im Jahre 1904 wieder
zur Aufstellung eines weiteren Generators von 650
Pferdekräften mit Antrieb durch Dampfturbine von
Brown-Boveri schreiten mußte. Die Gesamtleistung der
elektrischen Zentrale bezifferte sich 1907 auf 1500 Kilowatt
oder 2000 Pferdekräfte. Die Anzahl der im Betrieb
stehenden Motoren betrug 1907 250, diejenige
der Bogenlampen 400 und diejenige der Glühlampen
2000. Der elektrische Betrieb zählte damals 135 Mann.
39. Die Nebenbetriebe des Hüttenwerkes
Völklingen.
1881 waren an Werkstattmaschinen außer der Betriebsmaschine
eine englische Drehbank, 2 Bolzendrehvänke
und zwei Bohrmaschinen vorhanden. Die Werkstätte
selbst hatte einen Flächenraum von 80 qm
und beschäftigte 25 bis 30 Mann. Da. sie sich bald
als zu klein erwies und der Vergrößerung des Puddelwerkes
weichen mußte, wurde sie unter die Sägenhalle
der Straßen III und IV verlegt. Ebenda wurde
auch eine Metallgießerei angelegt. Nach Aufstellen von
zwei weiteren Walzendrehbänken wurde ‚die Betriebsmaschine
zu schwach und wurde durch eine stärkere
von 40 Pferdekräften ersetzt. 1882 wurde eine neue
Werkstatt nebst Gießerei und Schmiede auf dem Platz,
»o sie sich noch Jetzt befindet, erbaut. Die Be-;riebsmaschine
erhielt hier den Dampf von einem
aägenem Dampfkessel. An Bearbeitungsmaschinen
anthielt die neue Werkstatt vier englische Drehbänke,
vier Walzendrehbänke, drei Hobelbänke und drei Bohrmaschinen.
Die Anzahl der beschäftigten Leute war
auf 50 bis 60 gestiegen. Mit der Zeit konnten auch
diese Werkstätten den Ansprüchen des sich stetig vergrößernden
Werkes nicht mehr genügen und mußten
durch An- und Neubauten sowie durch eine weitere
1883 erbaute Werkstätte unter den Hallen der alten
Walzenstraße V und VI vergrößert werden. Dort arjeitete
ein ganzer Teil der Reparaturwerkstatt, der
Lokomotivbau, Transportwagenbau und die Kesselschmiede.
Während dieser Zeit wurden die Betriebsmaschinen
zweimal verstärkt, bis im Jahre 1891 eine
hundertpferdige Maschine montiert wurde, die heute
noch steht. Hierbei kam auch der Dampfkessel in
Wegfall. An Bearbeitungsmaschinen befanden sich 1907
50 in Betrieb, Handkräfte wurden 270 beschäftigt. Die
Schmiede wies zwei Dampfhämmer, einen Flammofen
und zwölf Schmiedefeuer auf. Die Anzahl der Schmiede
betrug 55. Die Gießerei besaß zwei Flammöfen für
Walzenguß, einen Kupolofen, drei Tiegelöfen, drei
Trockenöfen, verschiedene Sandaufbereitungsmaschinen
ınd eine Druckluftanlage für pneumatische Putz-