gerichtet. Weiter wurden die Fabrikationseinrichtungen
ergänzt und verbessert 1893 und 1900 durch Aufstellen
von Pressen zum Kappen der Schwellen, 1896
durch Aenderung der Querschübe, 1900 durch Verlegen
des Walzenplatzes und durch Aufstellung eines
elektrischen Krans zum Wechseln der Walzen, 1901
durch Aufstellung einer elektrischen Paketeinsetzmaschine,
1902 durch Anbringung des elektrischen Fünfvonnenkranes
zum Ueberheben der Blöcke vor den
Straßen, 1902/03 durch Einrichtung eincs neuen
Walzenlagerplatzes und Aufstellen eines elektrischen
Krans daselbst, 1903 durch Aufstellung einer Schere
zum Schneiden von Knüppeln und 1902/03 durch Umbau
der Kammwalzengerüste. Infolge der Beschleunigung
des Betriebes durch diese maschinellen Einrichtungen
wurde es gleichzeitig möglich, den Ofenbetrieb einzuschränken,
einen großen Teil des Blockmaterials in
siner Hitze durchzuwalzen und dadurch die Durchschnittserzeugung
auf die Schicht wesentlich zu
steigern. Die eine Warmsäge, welche bei Eröffnung
les neuen Walzwerksbetriebes dagewesen war, wurde
auf fünf vermehrt, von denen zwei mit Dampf (Pendel-;äge)
und drei elektrisch (Schlittensäge) betrieben
wurden. Durch den Bau einer Reparaturschmiede 1904
unmittelbar an den Straßen wurde es möglich, Betriebsstörungen
auf ein Mindestmaß zu beschränken.
1898 wurden die Straßen III und IV vergrößert, indem
die Antriebsmaschine der Straße IV seitlich verschoben
wurde. 1904 wurde der Bau der neuen Walzendreherei
der Straße V und VI begonnen. 1906/07 die Erweiterung
der Oberbauadjustage. 1895 hatte das Fertigwalzwerk
sechs Straßen für Grobeisen, von denen zwei
szinen Walzendurchmesser von 650 mm, drei einen
solchen von 750 mm und eine einen solchen von 850
mm hatte. Dazu kamen zwei Feineisenstraßen. Vierzehn
Schweiß- und Gasöfen, mehrere Pendelsägen, Rollgänge,
Richtapparate, Ventilatoren und Dampfwippen
vervollständigten das Walzwerk. Die Adjustage war
bereits mit aller neuzeitlichen Genauigkeit eingerichtet,
die Walzendreherei besaß neben den neuesten Walzendrehbänken
die vollkommensten Laufkrane mit Seilbetrieb.
Träger, Schienen, Schwellen, Laschen und Unterlagsplatten
waren die hauptsächlichsten Walzerzeugnisse.
Formeisen aller Art wie T-eisen von 80 bis 500 mm
Höhe, LJ-eisen von 30 bis 300 mm Höhe, L- und
L-Eisen, Belag-(Zores)Eisen, Lang- und Querschwellen,
ganze Gleisstücke für die verschiedensten Belastungen,
Streckengestelle und Schachtringe für Grubenbau,
Rund-, Flach-, Quadrat und Bandeisen, sowie
kleine Formeisen, dazu Halbzeug wie Knüppel und
Platinen, rohe und vorgewalzte Stahlblöcke wurden
hergestellt. 150000 t Fertigerzeugnisse vermochte die
Hütte in einem Jahr zu liefern.
—_ Die Eisengießerei, welche nur für den eigenen
Betrieb arbeitete, hatte alles, was man an Kupolöfen,
Flammöfen, Drehkramen, Trockenöfen usw. brauchte.
Als im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die
Schweißeisenherstellung ihre alte Bedeutung verloren
hatte, wurde 1903 das Puddelwerk samt den zugehörigen
Luppenstraßen niedergelegt und an seine Stelle ein
neuzeitliches Drahtwalzwerk errichtet, welches von
einem Hochofengasmotor des Systems Körting betrieben
wurde. Diese Anlage erhielt weiter zwei automatisch
betriebene Stoßöfen mit Halbgasfeuerung. Die Leistung
der Straße betrug bei regelmäßigem Betriebe 60 t
bei zehnstündiger Betriebszeit; sie kam am 17. Mai
1904 in Betrieb. Gleich im Anfang ihrer Tätigkeit
wurde sie jedoch durch einen Kurbelbruch zu längerem
Stillstande verurteilt und erreichte infolgedessen 1904
nur eine geringe Erzeugung, dann aber schuf sie stetig
steigende Mengen. 1903 wurde für die Bedienung der