Die zunehmende Nachfrage nach Qualitätsstählen
und die Unmöglichkeit, solche aus Minetteerz
mittels des Thomasverfahrens im basischen Konverter
herzustellen, bewog die Firma, 1900 das
Patent des Schweden Kjellin auf elektrische Inluktionsöfen
zu erwerben. Die Erzeugung von
Qualitätsstahl in elektrischen Drehstromöfen bot alle
Aussicht, die deutsche Erzeugung von Qualitätsstahl
von schwedischen und spanischen Eisenerzen
ınabhängig zu machen. Dieses System wurde ım
Völklinger Stahlwerke erprobt und vielfach ver-Dessert,
und aus ihm entwickelte sich das System
Röchling-Rodenhauser, welches als solches wieder
zesetzlich geschützt wurde. Es war die einzige der
alektrischen Stahlbereitungsarten, welche bisher die
Massenherstellung von Qualitätsstählen ermöglichte.
Zum Walzen dieser Elektrostähle machte sich die
Erbauung eines neuen Walzwerkes notwendig, das
eben seiner Vollendung entgegengeht. Im Jahre
1908 wurde die Erzeugung von Elektrostahl in
zrößerem Umfange aufgenommen, und 1909 eröffnete
die Firma Gebr. Röchling in Ludwigshafen
sine besondere Verkaufsabteilung für Röchlings
Elektrostahl. Sie brachte alle Sorten Röchlings Elektrostahl
in den Handel: Röchlings Elektroeisen in
vier in der Härte, aber nicht in der Qualität verschiedenen
Sorten, welche für Maschinenteile, Konstruktionen,
Eisenbänder und Schweißzwecke verwendet
wurden und vielfach an die Stelle von
schwedischem Holzkohleneisen traten; ferner Röchings
Manganstahl, einen bis dahin noch nicht herzestellten
Spezialstahl für Konstruktionen und
Werkzeuge von außerordentlich günstigen Dehaungsverhältnissen,
in verschiedenen Härten vom
Weichstahl bis zu hochhartem Stahl; Röchlings
Elektroeinsatzstahl für hochbeanspruchte Maschinenteile,
Fahrradteile, Automobilteile und ähnliche
Zwecke; Röchlings Elektrowerkzeugstahl in neun
verschiedenen Härtegraden für die verschiedenen
Verwendungszwecke, von den gewöhnlichen Werkzeugen
bis zu Werkzeugen, an die hohe Anforderungen
gestellt werden, ja selbst Spezialmaterial
zur Herstellung von Werkzeugen, welche in Preßluftanlagen
arbeiten, und von Maschinenteilen,
welche fortwährend starken Stößen ausgesetzt sind,
und Spezialmaterial für solche Werkzeuge, welche
harte oder zähe Masse wie Hartguß, Bronze, Messing,
Kupfer und Hartholz zu bearbeiten haben;
und endlich Röchlings Elektroschnellarbeitsstahl in
zwei Sorten, deren erstere bei schnellem Maschinengang
zur Bearbeitung weicher und mittelharter
Stoffe diente, während die letztere bei gleichem
Gang die Bearbeitung harter Stoffe zu besorgen
bestimmt war. Und zwar kamen alle diese Elektrostähle
und Elektroeisensorten sowohl als Halbiabrikate,
als vorgewalzte Blöcke, Brammen, Knüppel,
Walzdraht und als warmgewalzte Bänder für
Kaltwalz- und Kaltstückzwecke, wie als Fertigerzeugnisse,
und zwar als gewalzte und geschmiedete
Stäbe, als geschmiedete Scheiben, Blöcke, Platten,
Ringe, Formschmiedestücke und gezogener Draht
in den Handel