fang an unmittelbar aus den Koquillen, in welche
sie aus der Gießpfanne der Konverter gegossen
wurden, in ungeheizte Ausgleichgruben und von
da zur Blockstraße, wo sie auf die gewünschten
Maße heruntergewalzt wurden. Zum Schneiden der
Blöcke auf die richtigen Gewichte diente eine
dampfhydraulische horizontale Blockschere, von
welcher die geschnittenen Blöcke zur Weiterverarbeitung
an die verschiedenen Fertigstraßen abzegeben
wurden.
1895 umfaßte das Stahlwerk zwar immer noch
nur vier Konverter von je dreizehn Tonnen Einsatz.
Seine Leistungsfähigkeit war jedoch auf
180 coot Stahl im Jahre gestiegen. Seine zwei liegenlen
Gebläsemaschinen mit je 2000 Pferdekräften,
zwei Akkumulatorpumpen und seine Kesselanlage
mit 24 Kesseln und 2005 qm Heizfläche reichten
schon nicht mehr voll für seinen Bedarf aus. Daher
wurde der Umbau des Stahlwerkes nötig, da
dasselbe nicht mehr den neuzeitlichen Anforderungen
an Leistungsfähigkeit entsprach. Ende
Dezember 1895 wurde das Stahlwerk stillgesetzt und
eine neue Konverter- und Roheisenbühne mit ererhöhter
Tragfähigkeit eingebaut. Im August 1896
wurde mit der Montage der neuen Konverterhalle
begonnen. Dieselbe wurde über die alte Halle gebaut
und war im Februar 1897 vollendet; der ganze
Umbau konnte ohne Betriebsstörungen durchge-(ührt
werden. Gleichzeitig wurde mit dem Auswechseln
der alten Konverter begonnen; die neuen
Konverter ermöglichten es, Chargen von 16 bis
ı7t zu verblasen. Hierzu wurde ein zweiter Gießkran,
welcher bis Achtzehntonnenchargen aufnehmen
konnte, beschafft. Eine zweite größere Gebläsemaschine
kam 1896 in Betrieb. Sie leistete
2340 Pferdekräfte bei einem Winddruck von 2,5
Atmosphären und drückte die ältere Maschine bald
in die Reservestellung. Statt der alten Blockkrane
in der Gießgrube wurden neue hydraulische Krane
mit 7t Tragfähigkeit aufgestellt, die hydraulischen
Ueberhebkrane an den Ausgleichgruben wurden
durch elektrische Deckenlaufkrane ersetzt. Durch
die Erhöhung des Chargengewichtes wurde es möglich,
die Erzeugung stark zu steigern. Die Steigerung
der Erzeugung ging mit dem Gießen größerer
Blöcke Hand in Hand. Dabei stellte sich heraus,
daß die neuen Koquillenkrane nicht mehr rasch
genug arbeiteten. Es wurden deshalb die beiden
noch heute arbeitenden elektrischen Laufkrane von
je 10t Tragfähigkeit eingebaut, noch ein dritter
elektrischer Lautkran für die Gießhalle beschafft
und ein fünfter Konverter aufgestellt und durch
Anlage eines Gießkrangleises an den beiden Endpunkten
mit dem alten Gießkrangleise durch
Schiebebühnen verbunden. So wurde die Möglichkeit
geschaffen, mit zwei Gießkranen zugleich zu
arbeiten. Seit der Vollendung des Umbaues erzeugte
das Stahlwerk monatlich 45 000 bis 50 00oot
Stahl.
Auch die eine Blockstraße erwies sich ‚bald
den neuen Anforderungen nicht mehr als entsprechend.
Kam eine Betriebsstörung an der Blockstraße
vor, so mußte das ganze Stahlwerk sowie
die Trägerstraßen tagelang stehen. Für las Wechseln
der Blockwalzen allein waren zwei bis’ drei
Tage erforderlich. Es wurde deshalb im Jahre 1901
ein großes selbständiges neuzeitliches Blockwalzwerk
gebaut und im November 1901 in dauernden
Betrieb genommen. Der Dampfverbrauch wurde
äußerst wirtschaftlich eingerichtet, da die Maschine
als Compoundmaschine gebaut wurde und mit Kon-