lichen Gruben Altenwald und Maybach im Hintergrunde
lieferte den Koksbedarf zum Erzschmelzen.
Vier liegende Gebläsemaschinen erzeugten den für
die Hochöfen erforderlichen Wind, der in 17 Cowperapparaten
auf” 900° bis 950° Celsius erhitzt wurde.
Die Kesselanlage bestand aus 26 Kesseln mit 1525
Quadratmetern Heizfläche. Zum Teil wurden die
Gichtgase hier zur Erzeugung von Dampf verwendet,
der im Puddel- und Schweißwerk verbraucht
wurde, und schon aus diesem Grunde blieb es
mmer wünschenswert, die Roheisenerzeugung in
Völklingen selbst weiter zu steigern. Im Jahre
1897 wurde dann noch eine fünfte Maschine zu
1250 Pferdekräften montiert. Da die Maschinen, zumal
nach dem Bau des großen Ofens VI, nicht
genügend Wind erzeugten, wurden 1901 zwei Gasgebläsemaschinen
System Cockerill zu 600 Pferdekräften
1902 eine dritte Maschine System Cockerill
zu 1200 Pferdekräften und 1905 die vierte Gasge-5läsemaschine
System Nürnberg zu 3600 Pferdekräften
aufgestellt, sodaß sich 1907 neun Gebläsemaschinen
in Betrieb befanden. Die Windpressung
stieg‘ von 1900 an von 25 cm Quecksilbersäule
bei den alten Maschinen auf 60—70 cm bei der
letzten Maschine. Die minutlich angesaugte Windmenge
aller neun Maschinen betrug 5800 cbm. 1900
hatten die Röchlingschen Eisenwerke in Völklingen
und Diedenhofen Gichtgasmaschinen von 6200
Pferdestärken. Aber eine Vermehrung dieser
Kräftequelle erwies sich als unmöglich, denn der
unausgesetzte Fettkohlenmangel und Koksmangel
hielt die Entwicklung der Völklinger Hochöfen
dauernd zurück. Karl Röchling hat selbst einmal
eine anschauliche Schilderung dieser Verhältnisse
gegeben — allerdings an einer abliegenden Stelle,
auf dem Mosellandtage zu Koblenz 1890. Da sagte
er: „Ich besitze Briefe der Königlichen Bergwerksdirektion,
die auf die Mitteilung, daß wir in Völk-'ingen
einen neuen Hochofen bauen wollten, im
Jahre 1887 erwiderte, wir möchten das Bauen unterlassen,
denn Kohlen (Fettkohlen III) könnte sie
ıns doch nicht in Aussicht stellen. Ich habe noch
im vorigen Jahre (1889) vor Ausbruch des Streiks,
als die Kohlen überhaupt noch in normalen Vernältnissen
waren, ebenso in den Jahren 1886, 1887,
1888 wegen Mangel an Koks und Kohlen Klage
geführt. Ich habe mich bemüht, Kohlen zu kaufen,
wo ich nur konnte, ich bin aber absolut nicht
in der Lage gewesen, sie an der Saar zu bekommen.
Ich bin augenblicklich (25. Februar 1890)
ıoch vorstellig, bin schon mehr als sechsmal beim
Herrn Minister vorstellig geworden, um über diese
Verhältnisse Klage zu führen. „Die Herren sind
ja nicht in der Lage, diese Verhältnisse zu ändern,“
nat mir der Herr Bergrat Jordan gesagt, als ich
an der Saar die Herren mündlich interpellierte,
und im Beisein des Herrn Oberbergrates führte
er aus, die Uebelstände kämen alle daher, weil
die Fettkohlenzechen im Fischbachtale den Erwartungen
nicht entsprochen hätten, die man früher
von ihnen gehabt hätte. Man hätte gehofft, Grube
Camphausen und die Kreuzgrube würden schneller
fördern, und auf diese Weise würde man dem Bedarf
entsprechen können. Das sei aber nicht geschehen
und darin liege der Grund, daß man nicht
alles liefern könnte, was wir verlangten. Tatsache
aber und noch nicht bestritten ist es, daß nicht
geliefert werden konnte, was bestellt war. Ebenso
steht es mit dem Koks. Wenn Herr Bergassessor
Großmann sagte, es wären noch 400oot Koks an
der Saar übrig gewesen, so muß ich erwidern,