Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

elektrischen Bohrmaschinen von Siemens-Schuckert
hergestellt. Eine Maschine brauchte 1,5 Pferdestärke.
 Die Leistung beim elektrischen Bohrbetrieb
war höher, und die Gewinnungskosten - gestalteten
sich daher etwas geringer als beim Handbetrieb.
Die Wasserlösung der ganzen Grube geschah
lurch den Karlstollen. Die aus der ganzen Grube
gesammelten Wasser wurden durch Streichende
Strecke V und VI in einer in das Gebirge einzehauenen
 Wasserrösche zu den Stürzrollen I und
[I geleitet und sanken dort zur Karlstollensohle.
Die Wetterführung war im Anfang eine natür-‘iche,
 später geschah die Bewetterung durch
3änen Ventilator von 125 Pferdekräften und
150 Touren mit einer Leistung von 2500 bis
3000 cbm Luft in der Minute. Die Wetter traten
in den zutage mündenden Streckenstollen und
Schächten ein und wurden durch den Hermannschacht
 abgesaugt. Die Bewetterung entwickelte
sich durchaus günstig.
Der Antrieb der endlosen Kette im Hauptiörderstollen
 der Grube Wilhelm geschah von Anfang
 an durch eine Dampfmaschine von 150”Pferdezräften.
 Die elektrische Kraft für den ganzen Gruenbetrieb,
 für Ventilatoren, Bohrmaschinen, Licht
ınd Signale wurde aus dem Hermannschacht durch
Dampfbetrieb erzeugt. Die erzeugte Kraft war 200
Kilowatt bei 5000 Volt Spannung. An der Sturzrolle
 wurde diese Spannung auf 1000 Volt trans-Sormiert,
 diese Spannung in die einzelnen Betriebsabteilungen
 geleitet und dort auf die für Bohrmaschinen
 und Licht notwendige Spannung von
ı20 Volt transformiert. Der Seilantrieb für den
Karlstollen wurde elektrisch, durch einen Motor
von 250 Pferdekräften bei 5000 Volt Spannung und
25,7 Ampere eingerichtet. Bei dem Mangel an tüchtigen,
 seßhaften Bergleuten fiel der Grubenverwalung
 die Aufgabe zu, gesunde Wohnungen zu
schaffen, die zu billigen Preisen den Bergleuten
vermietet werden konnten. In Algringen allein wurden
 136 Bergarbeiterwohnungen gebaut, die 1907
754 Menschen Obdach gewährten. Auf Hermannschacht
 wurde ebenfalls mit dem Bau von Wohnaäusern
 begonnen, 1907 waren bereits 7 fertig gestellt.
 Außerdem wurde dort eine vollständig neue
Badeanstalt mit großem Umkleideraum gebaut; vier
Wannenbäder und sechzehn Brausen für erwachsene
ınd 4 Brausen für jugendliche Arbeiter wurden
errichtet. In .Algringen wurde eine Konsumanstalt
für Handarbeiter mit einer Zweigniederlassung in
Arsweiler errichtet, deren Reinertrag den Käufern
vor Weihnachten ausgezahlt wurde. Weiterhin erhielt
die Grube eine Betriebskrankenkasse, welche den
Bergleuten außer freier ärztlicher Behandlung, die
sich auch auf die Familienmitglieder erstreckte, frei
die Heilmittel stellte. Dazu erhielt jeder Handarbeiter
 von dem ersten Tage der Erkrankung an
aäin angemessenes Krankengeld. Weiter wurde eine
Unterstützungskasse geschaffen, welche Handarbeitern,
 welche unverschuldet durch‘ langwierige
sigene Krankheit oder durch solche in der Familie
in Not geraten waren, namhafte Beträge gewährte.
Ueber die Würdigkeit der zu unterstützenden sowie
über die Höhe der Beträge wurde in der monatlich
 einmal abgehaltenen Vertrauensmännersitzung
beschlossen. .
Im November 1906 wurden diese Einrichtungen
zu einer Knappschaftskasse ausgebildet, die außer
der Grube die Carlshütte bei Diedenhofen und die
Kalksteinbrüche der Firma in Elsaß-Lothringen
umfaßte. Sie gibt den alten arbeitsunfähigen Leuten
eine feste Ruherente, welche bis ans Lebensende ein
            
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