Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

Gleich von Anfang an war der Förderweg 4639
Meter lang. Der Karlstollen wurde 1895 bei Metzinzen
 184,5 m über Meereshöhe angesetzt und so
angelegt, daß er im Felde Röchling die Erzlager
zum größten Teile unterfuhr, während er im Felde
Röchling I durchschnittlich wesentlich über die
Lager kommen mußte. Er wurde in der Richtung
ler Längserstreckung des Grubenfeldes zufelde ge-:rieben
 und traf bei einer Länge von 5736,5 m das
Lager. Er hatte 1902 bereits eine Länge von 5000 m
srreicht und ist jetzt fast 6000 m lang. Er wurde
durch das ganze Feld Röchling hindurch in
schnurgerader Linie und mit einer geringen Steigung
 von 1,5 m : 1000 getrieben. Die lichte Höhe
Deträgt 2,5 m, die Breite 3 m. Der Stollen steht
zur Hälfte in Mauerung, zur Hälfte in eisernen
Streckengestellen, hinter denen die Stöße und die
Firste teilweise mit Monierplatten, teilweise mit
Eichenholzverschalung verzogen sind. In der Sohle
sind zwei Wasserröschen von je 60:70 cm lichter
Weite ausgespart. Der Stollen steht durchweg
ruhig, und das Gebirge ist nirgends druckhaft. Die
starkprofiligen Schienen ruhen auf durchgehenden
siserrien Schwellen und sind sämtlich verlascht. Ihre
Spurweite beträgt 700 mm. Das Seil war von Anang
 an 10000 m lang.
Der Karlstollen erhielt seine Förderung aus
dem Revier von Streichende Strecke I und II durch
Pensbrunnenschacht, der von der liegenden Strecke
zur Karlstollensohle die vollen Wagen niederaremste.
 Aus dem im Abbau begriffenen Feldes-:eil
 unterhalb der Streichenden Strecke V wurden
die Erze durch Stützrolle I und II sowie durch
ein weiteres Bremsgesenk zur Karlstollensohle befördert.
 Die letzte Aufgabestelle der Förderung
wurde der Treffpunkt von Karlstollen und Auguststrecke,
 welche im Streichen der Lagerstätte getrieben
 ist. Doch befindet man sich hier erst im
Stadium der Aufschlußarbeiten und der Vorrichtung.

Die aus dem Hauptförderstollen nach Algringen
zeförderten Erze wurden auf einem Verladequai
direkt in die Waggons gestützt. Um den unvermeidlichen,
 aber der Förderung nachteiligen Stockungen
durch Eisenbahnwagenmangel einigermaßen zu begegnen,
 wurde ein Erzbehälter von 100ot Inhalt
gebaut, aus dem das Erz sofort in die unterstehenden
 Waggons abgezogen wird. Der Behälter bot
auch für das schnelle Beladen der Talbotwagen,
Selbstentlader mit 25 t Inhalt, großen Vorteil. Nach
ınd nach geschah die gesamte Förderung von Beriebsabtellung
 ‚„„‚Wilhelm‘* nach diesem Erzbehälter.
Die aus dem Karlstollen mittelst Seilohne Ende nach
Metzingen geförderten Erze wurden in Kreiselwippern
 in große Taschen entleert, in der Firma geherige
 4ot-Wagen abgezogen und auf eigener Bahn
der Karlshütte zugetührt. Der Abbau unterschied
sich nicht wesentlich von dem im Minettegebiet
allgemein üblichen. Es wurden Strecken im Streichen
 der Lagerstätte getrieben und von diesen ans
diagonale Abbaue mit einem Ansteigen von 3%
in einer Breite von 3 m, 100 m tief getrieben
und alsdann die gleichstarken Pfeiler zurückgebaut.
 Oder es wurden im Einfallen Abbaustrecken
getrieben und von diesen aus streichende Abbaue
von derselben Breite und Ticfe vorgeführt. Gebaut
 wurde regelmäßig das graue und, soweit es
möglich war, das durch Kalkbank getrennte obere
gelbe Lager. Die Gewinnung geschah von Anfang
an durch Schießarbeit. Die Bohrlöcher wurden mit-‚elst
 Spiralbohrern von Hand oder mit Hilfe der
            
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