mern und ertragswirtschaftlichen und technischen
Geistesarbeitern zum Ziele setzte, noch einen besonderen
Hintergrund erhielten. Sonntag, den
z. Juli 1906 fand im Schillerpark zu Völklingen
das erste solche Hüttenfest für die Angestellten,
Meister und Handarbeiter der Völklinger Belegschaft
mit Frauen und Kindern, sowie für die
Ruherentner der Hütte, ihren Witwen und Kin
dern statt.
Im Frühling 1908 wurde der Seniorchef des
Hauses, Kommerzienrat Karl Röchling, achtzig Jahre
alt, und die Firma benutzte diesen Anlaß zu einer
großartigen Feier und zu großartigen Stiftungen.
Am 21. Februar 1908 erließen die Röchlingschen
Eisen- und Stahlwerke in Völklingen folgenden Anschlag:
„Herr Kommerzienrat Karl Röchling in
Saarbrücken begeht am 25. d. M. die Feier seines
achtzigsten Geburtstages. Er hat den Wunsch,
diesen Tag nicht vorübergehen zu lassen, ohne im
Kreise seiner alten Meister und Arbeiter, die noch
unter seiner persönlichen Leitung ihre Dienste
unserer Gesellschaft gewidmet haben, einige Stunden
verlebt zu haben. Wir sind daher beauftragt
worden, alle diejenigen Meister und Arbeiter unserer
sämtlichen Betriebe, die ein Dienstalter von 15
Jahren erreicht haben, zu einer Zusammenkunft
einzuladen, die am Sonntag, den 24. Februar 1907,
nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle zu Völklingen
stattfinden wird. Die Einladung ergeht auch an
alle diejenigen Pensionäre, die bei ihrer Pensionierung
ein Dienstalter von 15 Jahren erreicht
haben. Die Reise der betreffenden Meister unserer
auswärtigen Betriebe nach hier findet auf unsere
Kosten statt. Die Direktionen bez. Betriebsleitungen
in Altenwald, Carlshütte, Algringen und der Kalksteinbrüche
sind beauftragt, alles hierzu Erforderliche
zu veranlassen.‘ Die Feier am 24. Febr.
gestaltete sich abermals zu einem Volksfest. Zu
einer großartigen Geburtstagsfeier fanden sich die
Direktoren, Betriebschefs, die kaufmännischen und
cechnischen Leiter, sowie die Meister und Lohnarbeiter
ein, welche 15 Jahre und länger im Dienste
der Firma Röchling standen. Und zwar aus den
Betrieben der Firma zu Völklingen, Carlshütte,
Diedenhofen, Altenwald und Hessen in Lothringen,
im ganzen fast 1200 Personen. Nach den
Glückwünschen dankte Kommerzienrat Röchling für
die ihm dargebrachte Huldigung und betonte, daß
die Feier nicht nur seinem achtzigsten Geburtstage,
sondern auch dem fünfundzwanzigjihrigen
Bestehen der Völklinger Hütte gelte, wie dem
Jubiläum der Angestellten, Meister und Lohnarbeiter,
welche während der Zeit im treuen Dienste
der Firma Röchling gestanden hätten. Es sei ihm
ein Bedürfnis, die Reihe der Wohltätigkeitseinrichtungen
zu erweitern, und daher werde er eine Sparkasse
errichten, zu der er 75000 Mk. gegeben
habe. Diese Summe solle verteilt werden an die
Handarbeiter, welche 5 Jahre und länger in Arbeit
seien und zwar nach Abstufungen, sodaß die
älteren Lohnarbeiter 50 bis 100 Mk. in einem Sparkassenbuch'
überreicht erhielten. Den Hand:
arbeitern, welche ı5 Jahre und länger in den Be.
trieben der Firma tätig seien, werde weiter ein
Sommerurlaub von einer Woche gewährt und dem
einzelnen für den Lohnausfall 25 Mk. gezahlt
werden. Für die Angestellten und Meister, die
25 Jahre bei der Firma tätig waren, wurden Uhren
als Andenken verliehen. Hieran waren beteiligt
ein Prokurist, ein Betriebschef, zehn Meister und
ainundsiebzie Handarbeiter. Bürgermeister Cloos
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