unmittelbaren Vorgesetzten das Vertrauen entgegenbringt,
ohne welches ein gedeihliches Zusammenwirken
unmöglich ist. Und somit bitte ich Sie,
Meister Barth, den Grundstein zu der neuen Anlage
zu legen und den Meisterspruch zu tun.”
Dieser Auftorderung entsprach der Meister
Barth mit folgender Rede: „Zum Werke, das wir
ernst bereiten, geziemt sich auch ein ernstes Wort!
Der Herr Direktor hat Ihnen in seiner Rede die
Vorvergangenheit dieser Anlage vorgeführt; ich
kann dem nur noch hinzufügen, daß es demnach
nicht blos für Völklingen, sondern auch noch für
einen weit größeren Kreis eine glückliche Fügung
sein dürfte, daß das Werk iin den Besitz der Firma
Gebrüder Röchling übergegangen ist, denn dieser
Name schon allein, der ja in der ganzen kommerziellen
Welt einen guten Klang hat, verbürgt eine
sichere Zukunft des Unternehmens. . Die Herren
waren sich wohl allen Ernstes bewußt, welche große
Aufgabe Sie nach der Akquisition der Anlage vor
sich hatten. Um dieselbe überhaupt lebens- und
konkurrenzfähig zu machen, mußte zunächst das
alte Bestehende größtenteils nach den Erfahrungen
der Neuzeit umgeändert, der überhaupt zu enge
Rahmen bedeutend erweitert, kurzum das meiste
erst neu geschaffen werden. So wie nun die Vergrößerung
der Anlage in dem zur Produktion bestimmten
Teile systematisch vorwärts schreitet, so
sind auch die Sorgen um das Wohl der Arbeiter
weislich im Auge gehalten, und die Einrichtungen
hierzu schreiten mit den anderen Hand in Hand
vorwerts. Sie sehen, dort drüben reiht sich Bau
an Bau; dieselben werden noch im Laufe dieses
Jahres 22 Familien ein sicheres Heim bieten. Und
so soll und wird noch vieles geschaffen werden;
es muß daher, so wie wir diesen Stein hier einfügen,
der nur einen kleinen Raum einnimmt, um
mit Tausenden von anderen erst ein vollkommenes
Ganzes zu bilden, ein jeder der hier Mitarbeitenden,
wenn er auch in der bescheidensten Stellung ist,
sich dem Großen und. Ganzen fügen und getragen
vom innersten Pflichtgefühl seine Stellung voll und
ganz auszufüllen suchen.‘‘
Von den drei tätigen Teilhabern fiel zunächst
dem Seniorchef der Familie, Kommerzienrat Theodor
Röchling, die höchste geschäftliche Leitung
des neuen Hüttenunternehmens zu. Er widmete
ebenso, wie er vordem einen großen Teil seiner
Zeit der Koksofenanlage Altenwald und der Eisenhütte
Pont-A-Mousson gewidmet hatte, jetzt seine
Tätigkeit dem Völklinger Eisenwerke, als dessen
Haupt er auch der alten Saarbrücker Handelskammer
angehörte, deren stellvertretender Vorsitzender
er wurde. Nach 1882 wurde er wieder gewählt und
gehörte der alten Kammer, welche nur den Kreis
Saarbrücken umfaßte, bis zu ihrer Auflösung im
Jahre 1883 an. Er stand jedoch nicht lange an
der Spitze des Unternehmens. Er starb am 14. Juni
1885. Ueber seine Bestattung berichtete die ‚Völklinger
Zeitung‘ unter Saarbrücken, den 10. Juni
1885: „Ein äußerst großer Trauerzug Setzte sich
gestern, Dienstag: nachmittag 5 Uhr, in Bewegung,
um dem dahingeschiedenen Herrn Kommerzienrat
Theodor Röchling das Grabgeleite zu geben. Gegen
1200 Arbeiter des Völklinger Eisenwerkes und der
Koksofenanlage. Altenwald nebst deren Beamten
eröffneten den Leichenzug, dann folgte der Völklinger
Kriegerverein mit Musikchor und trauerumflorter
Fahne, zu beiden Seiten des über und über
mit Kränzen geschmückten Leichenwagens schritten
Leidtragende mit Trauernalmen und Kränzen, hinter