Herren Gebrüder Röchling die Völklinger Hütte
gekauft haben.‘ Wenn wir den kurzen Zeitraum
seitdem überblicken, so finden wir das alte Werk,
gewissermaßen den Kristallisationskern des ganzen,
wieder in neuem Betrieb; mächtige Fundamente
erheben sich am Ufer der Saar für Hilfswerkstätten
aller Art, eine Kolonie für unsere Leute geht ihrer
Vollendung entgegen. Blicken Sie um sich; um
uns sehen Sie noch die Früchte des Landbaues
angehäuft, wir dagegen stehen bereits auf industriellem
Boden, denn wir sind im Begriff, den
Grundstein zu legen zu einem Hochofen, und ich
glaube zuversichtlich, das frei sagen zu dürfen, für
den Hochofen Nr. ı! Die Herstellung eigenen
Roheisens ist fast unumgänglich notwendig für ein
Etablissement, welches auf die Dauer prosperieren
soll, denn sie befreit es von den Schwankungen
der sogenannten Konjunktur des Marktes. Unser
Hochofen ist ja bestimmt, die Schicht, die unter
den grünen Tannen Lothringens liegt, zu verschmelzen,
— er soll ein neues Glied sein in der
Kette, die das Reichsland mit unserem alten Vaterlande
verknüpft, und der Grundstein, den wir heute
legen, ist wiederum ein Baustein an dem stattlichen
Gebäude unseres deutschen Reiches. Schon heute
entfaltet sich eine rege Tätigkeit in dem Tale bei
Algringen, und über Jahresfrist hoffen wir zuversichtlich
Roheisen, — unser eigenes Roheisen —,
hier fließen zu sehen. Die Anlagen, die Sie hier
unter Ihren Augen entstehen sehen, sind die Rezultate
eines festen, bestimmten Planes: des
Systemes, zur rechten Zeit mit dem ernsten
Wollen auch das ernste Können zu verbinden.
Wenn ich Ihnen also, geehrter Herr Kommerzienrat,
an dieser Stelle „Glück auf‘ zurufe im Sinne
Ihrer Leute, so lassen Sie mich daran noch den
alten Harzer Bergmannsspruch reihen, der so lautet :
„Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, Gott
schenke uns allen ein fröhliches Herz !‘‘ Mit diesem
Spruche spreche ich die Zuversicht aus, daß Ihnen,
wie dem ganzen Hause, wie auch‘ uns, Ihren Beamten
und Leuten, erhalten bleiben möge die fröhliche
Lust am Schaffen, an der Arbeit, ohne die
kein Gedeihen möglich ist! In diesem Sinne bitte
ich Sie, meine Herren Festgenossen, mit mir einzustimmen
in den Ruf: Unser verehrtes Haus Röchling
lebe hoch!‘ Auf diese Anrede erwiderte der
Seniorchef der Familie, ‚.Kommerzienrat Theodor
Röchling: „Für das soeben von Ihnen unserem
Hause .ausgebrachte Hoch danke ich Ihnen im
Namen desselben und glaube nach dem, was Herr
Blau soeben gesprochen, mich kurz fassen zu können:
Zunächst möchte ich gegen Sie, meine Herren
Vertreter der Gemeinde Völklingen, die Hoffnung
aussprechen, daß Sie und Ihre Gemeinde unsere
Bestrebungen, mit Ihnen stets in gutem Einvernehmen
zu bleiben, unterstützen und es so möglich
werde, jede Mißhelligkeit im Keime zu ersticken.
Durch die Lage unseres Eisenwerkes sind
wir nun einmal aufeinander angewiesen und wird
auch hier der alte Spruch: „Friede ernährt, Unfriede
werzehrt!‘‘ sich bewahrheiten. Von Euch,
den Arbeitern der Hütte, die Ihr hier im Kreise
um uns steht, hoffe ich, daß stets auf Zucht und
gute Sitten gehalten werden möge und Ihr so als
leuchtendes Beispiel allen denen dienen werdet,
welche noch später in Euere Reihen eintreten, damit
sowohl wir als auch Euere Mitbürger von Euch
allen werden sagen müssen, daß unter Euch ein
guter Geist herrscht. Hieran knüpfe ich den
Wunsch. daß Ihr unserem Hause sowie Eueren
ji