Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

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zukünftigen Wasserstraße; gleichzeitig liegt vielleicht
 das eine Werk, das ferne liegt, durch gebirgige
 Lage weniger günstig. Ich bin der Meinung,
 .daß die Frage für die Saar im Gegensatz
zu dem, was bis jetzt die offiziellen Vertreter der
Saar ausgeführt haben, wohl zu bejahen ist und
wir sie dahin beantworten müssen, daß nicht eine
derartige Verschiebung zum Nachteile der Saar
durch die Kanalisierung der Mosel eintreten wird,
daß wir an der Saar Ursache hätten, uns gegen
die Kanalisierung der Mosel auszusprechen.‘‘
Bei der letzten Frage, welche Veränderungen
des Absatzgebietes die Saarkohle durch Ruhrkohle
und Ruhrkoks infolge der Mosel- und Saarkanalisierung
 erleiden werde, sprach Karl Röchling noch
einmal als Sachverständiger und verneinte jede
Schädigung. Er führte aus: „Was die Frachtverhältnisse
 anbelangt, so ist zweifellos, daß die Kohlen
 an der Saar die Vorteile der Rückfracht auf der
5aar und Mosel jedenfalls genießen werden, außerdem
 die Vorteile der Talfracht, die bei kanalisier-:;en
 Flüssen nicht unbedeutend sind. Das liegt bei
kanalisierten Flüssen wesentlich darin, daß jedes
zleine Gewitter eine Wasservermehrung und dadurch
 eine plötzlich starke Strömung herbeiführt,
welche die Bergfracht behindert. Daher ist die
Bergfracht immer etwas kostspieliger als die Talfracht.
 Unsere Kohlen werden aber in der Richung
 nach Trier immer nur Talfracht haben, und
da können wir nur 0,5 oder höchstens 0,6 Pfg.
per Tonnenkilometer als Fracht rechnen. Dann aber
kommen wir zu dem Resultate, daß die Ruhrkohlen
 selbst bis nach Trier die jetzt bestehenden
normalen Preisverhältnisse nicht wesentlich ändern
werden. Ich erlaube mir noch tatsächlich zu bemerken,
 daß ich an einigen Zechen an der Saar
beteiligt bin. Ich bin mit dem Ertrage, den ich
daraus habe, durchaus zufrieden, und ich würde
sehr verkehrt handeln, wenn ich selbst meinen Geldbeutel
 dadurch schädigen wollte, daß ich bloß aus
Vergnügen eine Kanalisierung der Mosel herbeiführen
 wollte. Allerdings, meine Mitbeteiligten sind
anderer Ansicht; ich konstatiere aber auch, daß
diese sich weder früher um den Absatz der Kohlen
 bekümmert haben, noch auch künftig darum
bekümmern werden, und daß diese Pflicht mir aufgelegt
 wird. Ich glaube, daß die Art, wie ich mich
um den Absatz der Kohlen bekümmert habe,
wesentlich mit dazu beigetragen hat, die finanziellen
Resultate zu erzielen, welche diese Grube gebracht
hat. Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung, daß
ich an diese gewaltige Schädigung, die man hieı
für die Saar befürchtet, absolut nicht glaube.“
So stark auch Stumm, der Vertreter des Lahnbezirkes
 und des Aachener Bezirkes, die Moselkanalisierung
 bekämpft hatte, so nachhaltig wurden
auch die Gründe gewürdigt, welche die Kanalfreunde
 ins Treffen geführt hatten. Noch 1890
erlebte der Kanalgedanke seinen ersten parlamentarischen
 Erfolg, wenn auch nur einen provinzialnarlamentarischen.
 Am 2. Dezember 1890 setzte der
Provinziallandtag der Rheinprovinz eine Kommission
ein, um die Frage der Moselkanalisierung zu beraten,
 und diese empfahl in ihrem Bericht vom
9. Dez. 1890, daß die Ausführung des Projektes
der Kanalisierung der Mosel als eine der Landund
 Forstwirtschaft wie dem Weinbau an der Mosel
und dem Rhein nützliche, dem. Handel dieser
Gegenden in hohem Maße fördersame, der Industrie
derselben dringend benötigte Verkehrsverbesserung
zu erachten sei, daß Saar und Lahn mit kanali-A

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