Gruben, die nur durch die Bahn-versenden können,
sind. Am besten geht dies daraus hervor, daß
die Gruben, welche ihren Absatz gleichzeitig durch
den Wasser- und den Eisenbahnweg vermitteln, bei
Benutzung des Wasserweges bedeutend vorteilhaftere
Preise als beim Versand durch die Eisenbahn
finden. So wurden beispielsweise folgende Kohlensorten
durchschnittlich per Tonne verkauft:
per per
Wasser Bahn
1887 17,62 M 10,655 M
1888 2,13 ,, 10,55
1889 ; > 2” 11,60 2»
1890 0 14,40 »
1887 » 6,95 »„
1888 „7 6,95 »
1889 8,97 » 7,50
im Januar u. Februar 1890 I1,40 10,—
Der beim Versand zu Wasser erzielte Mehrerlös
von 0,97 Mk. bis 1,60 Mk. für die Tonne ist
also unzweifelhaft dem billigeren Transportwege zu
verdanken, welcher der Königlichen Bergwerksdirektion
erlaubte, die per Wasser zur Versendung
gelangten Kohlenmengen fast ausschließlich zu den
höheren Tagespreisen abzusetzen und für die Zukunft
von Lieferungen zu Vertragspreisen ganz abzusehen.
„Und trotz dieser höheren Tagespreise waren
die Kohlen der direkt am Wasser gelegenen Gruben
immer sehr gesucht und fehlte es nie an Absatz,
der sich im verflossenen Semester, allerdings
teilweise auch‘ infolge des Arbeiterausstandes, derart
steigerte, daß z. B. in Louisenthal fast durchgängig
70—80 Schiffe hielten und das Laden bis
zu 6 Wochen dauerte.“‘
„Ich zweifle keinen Augenblick, daß die direkt
am Wasser liegenden Gruben auch‘ in der Zukunft
ihren vollen Absatz behalten und daß man, sobald’
die Elsaß-Lothringer Kanäle durch diese sehr
herbeigesehnte Vertiefung auf 1,80 m gestatten
werden, Schiffe von 270—300 Tonnen und darüber
zu bedeutend niedrigeren Frachtsätzen als ‘heute
fortzubewegen, sogar die Kohlen von Belgien und
dem Norden Frankreichs, die in den letzten Jahren
in unser natürliches Absatzgebiet tief eingedrungen
sind, unter Beibehaltung günstiger Preise darıus
wieder verdrängen können.‘‘
„Eine Verminderung des Absatzes der direkt
am Wasser liegenden hiesigen Gruben durch der
Bau des Saar-Mosel-Kanals halte ich ebenfalls ausgeschlossen,
weil die nach Fertigstellung des letzteren
diesen Gruben zugute kommenden billigen
Frachten es ihnen ohne Zweifel ermöglichen werden,
den Ruhrkohlen, für welche die höheren Bergfrachten
bezahlt werden müssen, erfolgreich Widerstand
zu leisten, ja sich sogar neue Absatzgebiete
saar- und moselabwärts zu erwerben.‘‘
„Ich glaube weiter behaupten zu dürfen, daß,
wenn man die Vertiefung der Elsaß-Lothringer
Kanäle bis zu 1,80 m schon vor zehn Jahren vorgenommen
hätte, Königliche Bergwerks-Direktion
nicht in die Lage gekommen wäre, Verträge in Fettkohlen
I. Sorte wie z. B. mit der Französischen
Ostbahn und Italien zu Preisen, die 1,50 bis 2 Mk.
heute sogar 5 Mk. pro Tonne unter den allgemeinen
Vertragspreisen stehen, abschließen zu müssen,
weil dann der billigere Wasserweg es ohne Zweifel
ermöglicht haben würde, die disponibel gewesenen
Mengen in anderen, namentlich aber in den uns
durch Belgien und Norden Frankreichs entrissenen,
Absatzgebieten zu weit besseren Preisen unterzubringen.‘‘
Louisenthal I