Kohlensorte für die nächsten Jahre versprechen
zu können.
Wir bitten Sie, diese Verhältnisse bei Ihren
weiteren Dispositionen gefälligst berücksichtigen
zu wollen.
Königliche Bergwerksdirektion.
gez. Eilert.
Am 26. November 1888 erstattete Karl Röchling
dem Bürgermeisteramte Saarbrücken ein Gutachten
über den Stand der Kanalisierungsfrage und über
das Interesse der Stadt Saarbrücken an ihr. Er
beteiligte sich, wenn er nur irgend konnte, an den
Kundgebungen zugunsten der Moselkanalisierung.
Trotz aller neuerlichen amtlichen Erhebungen setzte
Stumm 1888 die Vertretung seiner kanalfeindlichen
Anschauungen in der Handelskammer fort und faßte
im Jahresberichte seine Stellung folgendermaßen
zusammen: „Die an der Saar seit Jahren vertretene
Anschauung, daß die Bewilligung größerer Staatsunterstützungen
für den Bau des Dortmund-Emskanals
eine „Kanalära‘‘ herbeiführen werde, hat
sich, was die dahingerichteten Wünsche betrifft,
vollauf bestätigt. Nicht nur in Westfalen, sondern
in fast allen Gegenden Deutschlands tauchen
Wünsche und Projekte für Kanalbauten, Flußkanalisierungen
usw. auf.‘ „Die Frage der Moselkanalisierung,
deren Lösung im verneinenden Sinne
eine Vorbedingung für das Gedeihen unseres ganzen
Bergbau- und Industriebezirkes bildet, haben
wir bereits in unserem vorjährigen Berichte so eingehend,
wie es damals geeignet schien, berührt.‘‘
Dann folgte der Abdruck eines Gutachtens, das
die Handelskammer dem Oberpräsidenten der
Rheinprovinz in der Sache erstattet hatte. Dasselbe
gipfelte in den Erklärungen, daß der Bau
der Moselkanalisierung nur dem niederrheinischwestfälischen
Industriebezirk Vorteile bringen
werde, daß er die Industrie an der Saar und
namentlich den staatlichen Bergbau schwer schädigen
werde und daß die nachteiligen Wirkungen
die vorteilhaften überwögen. Am 5. April 1889
veranstaltete der Verein für Hebung der Fluß- und
Kanalschiffahrt für Süd- und Westdeutschland in
Frankfurt a. M. im Sitzungssaale der dortigen Handelskammer
in der Neuen Börse eine Vereinssitzung,
in welcher Generaldirektor J. Schlink-Mülheim
a. d. Ruhr und Generalsekretär Dr. Beumer
zugunsten der Moselkanalisierung sprachen und
welche beschloß: „Die Moselkanalisierung erscheint
nicht nur im Interesse der Gesamtwirtschaft, insbesondere
bezüglich der Frachtermäßigung der
Rohstoffe, sondern auch im Nutzen der Rheinschiffahrt
dringend wünschenswert. Die Versammlung
ist überzeugt, daß bei Ausführung der Moselkanalisierung
die von manchen Seiten befürchteten
Schädigungen sich nicht bestätigen, vielmehr die
allgemeine Verkehrshebung, welche jede Verbesserung
einer leistungsfähigen Wasserstraße zur Folge
hat, auch für,alle an der Kanalisierung der Mosel
beteiligten Gruppen des Handels, der Landwirtschaft
und der Industrie eintreten wird.“ Am 29. April
1889 wandte sich Karl Später in Koblenz an Karl
Röchling mit der Bitte um Material über das Interesse
des Saargebietes an der Moselkanalisierung,
namentlich zur Bekämpfung der beiden Behauptungen
des Freiherrn von Stumm, daß die Saarindustrie
gegen den Kanal sei und daß die Kanalfrachten
nicht billiger sein würden als die Eisenbahnfrachten.
Dr. Beumer in Düsseldorf sei zur
Bearbeitung derselben bestimmt worden. Karl
Röchling ließ daraufhin von den Firmen, an denen
er beteiliet war. besondere Erhebungen “über