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könnten. Belgien beherrscht namentlich
in Trägern fast allein den Weltmarkt, und es
ist uns trotz aller Anstrengungen nitht möglich
gewesen, uns neben ihm zu behaupten.
Durch den Moselkanal würden wir unzweifelhaft
in den Stand gesetzt, mit unserem Fabrikate
den Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkte aufzunehmen,
welcher voraussichtlich auf diesem
Gebiete mit einer vollständigen Niederlage Belgiens
enden wird. (Vergleiche meine Bemerkung
Seite 2 betreffend die Stellungnahme der
belgischen Besitzer des Burbacher Werkes.)
Außerdem aber würde dadurch die Möglichkeit
erst geschaffen, Thomasroheisen in größeren
Mengen an der Saar herzustellen, denn
der rationelle Betrieb dieses Fabrikationszweiges
liefert solche Mengen, daß dieselben unmöglich
auch nur zum kleineren Teile im Inande
abgesetzt werden können.
Eine derartige Produktion ist daher nur an
Orten mit billigen Transportwegen nach der
see möglich.
Rheinisch-westfälische Eisenindustrie.
Für die Rheinisch-westfälische Hochofenindustrie
ist die Kanalisierung der Mosel fast
als eine Lebensfrage zu bezeichnen.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Bestehen
derselben auf das ernsteste gefährdet
ist, wenn ihr nicht die Möglichkeit geboten
wird, sich phosphorhaltige Eisensteine auf
billigere Weise wie bisher zu beschaffen. Das
Thomasverfahren, welches einen solchen Eisenstein
erfordert, hat so außerordentliche Fortschritte
gemacht, daß im vergangenen Jahr in
Rheinland-Westfalen ein Drittel des gesamten
erzeugten Roheisens in Thomasroheisen erblasen
wurde. Für dieses bedeutende Quantum
von über 600000 Tonnen ist der Rohstoff
nur mehr aus Lothringen zu beschaffen, und
es ist eine Lebensfrage für die westfälische
Hochofenindustrie, daß dies auf eine Weise
geschieht, welche einen Konkurrenzkampf mit
Belgien und England zuläßt.
Nur der Moselkanal ist imstande, das zu
leisten, denn auf Transportkosten wie die oben
angeführten Wasserfrachten können die Eisenbahnen
trotz aller technischen Fortschritte nie
kommen. Es ist anderseits nicht zu fürchten,
daß die rheinisch-westfälische Industrie durch
den Moselkanal derart gestärkt werde, daß
andere Industriebezirke wie z. B. die Saargegend,
wesentlich beeinträchtigt werden.
Die Saarindustrie hat den Vorteil voraus,
daß sie nur ein Viertel des Weges für die
Erztransporte zurückzulegen hat, und erhält
außerdem noch einen billigen Transportweg
nach, der See. Wenn wir den Preis für die
lothringischen Erze mit 2,— Mk. pro Tonne
loko Grube annehmen, so stellt sich derselbe
loko Saarhütte auf zirka 3,50 Mk. Die Erzfracht
nach den rheinischen Hütten berechnet
sich bei 420 km Entfernung von Diedenhofen
nach Ruhrort auf zirka 3,40—3,70 Mk. für die
günstig gelegenen Werke am Rhein, sodaß das
lothringische Erz loko Hütte zirka 5,40—5,70
Mark kosten würde. Die Saarindustrie wird
also nach der Moselkanalisation die Erze immer
noch um 2,10 bis 2,30 Mk. billizer haben wie
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