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lothringischen Strecken nur 180—200 Tonnen
laden, und es ist klar, daß mit der Erhöhung
der Ladefähigkeit auf 350 Tonnen die Fracht
um mehr als ein Drittel herunter gehen muß, da
der Transport von 250 Tonnen nur unwesentlich
mehr kostet wie der von 200 Tonnen. Die
Bemannung eines Schiffes von 350 Tonnen ist
nicht größer wie die eines solchen von 200
Tonnen, und die Zugkraft in dem stillen Wasser
der elsaß-lothringischen Kanäle, welche keine
kanalisierten Flüsse sind, ist für das größere
Schiff nur wenig stärker. Erfährt die Saarkohle
eine so bedeutende Frachtreduktion nach
Frankreich, so ist sie imstande, miıt Vorteil
mit der belgischen und nordfranzösischen Kohle
zu konkurrieren und dieselbe aus den französischen
Absatzgebieten zu verdrängen. Daß
die westfälische Kohle der Saarkohle auf dem
französischen Markte Konkurrenz machen wird.
st nicht zu befürchten, die Entfernung
Ruhrort-Nancy über Koblenz
beträgt nämlich ° 554 km
Louisenthal-Nancy über Rhein-Marnekanal
150 km
Saarhafen-Nancy über Rhein-Marnekanal
1142 km
Der Entfernungsvorsprung der Saarkohle ist
somit so groß, daß eine Konkurrenz von Westfalen
unmöglich wird. Auch bleibt es höchst
wahrscheinlich, daß die Schleusen des neuen
Saar- und Moselkanals in größeren Abmessungen
als diejenigen der französischen
Kanäle angelegt werden und dadurch ein Umladen
beim Ueberschreiten der französischen
Grenze für die Ruhrkohlen nicht zu umgehen
sein wird.
Eisenindustrie der Mosel- und
Saargegend.
Für den zweitwichtigsten Industriezweig an
der Saar, für die Eisenindustrie, wird die Moselund
Saarkanalisation dagegen von sicher
großem Vorteil sein. Die Saarindustrie liegt
gerade wie die westfälische Eisenindustrie in
der Nähe der Kohlen und entfernt vom Erz.
Da man zur Herstellung einer Tonne Roheisen
drei Tonnen Erz und eine Tonne Koks braucht,
so muß man suchen, durch billige Transportwege
die Entfernungen zwischen diesen beiden
notwendigen Rohstoffen zu überwinden. Die
nachstehende Berechnung ergibt, daß sich die
Erze durch Kanaltransport um 1,40—1,60 Mk.
pro ‚Tonne billiger nach den Saarwerken
bringen lassen, wie durch die Eisenbahn.
Mein Eisenwerk in Völklingen bezieht seit
einer Reihe von Jahren von Gruben in der
Nähe von Nancy auf dem Saarkohlenkanal
jährlich 80 bis 100000 Tonnen französischer
Erze. Trotzdem diese Erze nur in Schiffen
von 20ct Tragkraft transportiert werden können,
so betragen die Erzfrachten bei einer
Entfernung von zirka 160 km 1,08—1,15 Mok.,
also 0,68 Pfg. pro Tonne und Kilometer. Wenn
wir dern Erztransporten von Lothringen nach
der Saar auf dem Moselkanal einen Frachtsatz
von 0,70 Pfg. pro Tonne und Kilometer zugrunde
legen, was nach obigem und in Rücksicht
darauf, daß die neue Kanalverbindung
jedenfalls einen Verkehr mit Schiffen bis zu
vcoo Tonnen Tragkraft zulassen wird, nicht zu