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die Konkurrenz der Ruhrkohle gerade im Osten
Frankreichs nichts weniger als zu fürchten habe.
Karl Röchling aber ließ sich von der weiteren Verfolgung
der Frage nicht abschrecken. Er verfolgte
aufs genaueste die Neuerscheinungen der Kanalliteratur
und beschäftigte sich ausführlich mit der
Nachweisung über den Verkehr auf den Kanälen
ınd auf der Mosel in Elsaß-Lothringen im Jahre
1888, den das Ministerium in Elsaß-Lothringen
herausgegeben hatte, ließ in seinen Firmen Zu-«
sammenstellungen der vorkommenden Kanalfrachten
machen und trat mit allen Interessenten der Moselkanalisierung
in Beziehung, zum Teil in regen Briefwechsel...
Diese Bemühungen hatten 1889 ihren
ersten öffentlichen Erfolg. Bismarck, damals immer
noch preußischer Handelsminister, veranlaßte, daß
über das Projekt der Mosel- und Saarkanalisierung
staatliche Erhebungen stattfanden, welche die für
die Beurteilung des Planes notwendigen wirtschaftlichen
Unterlagen schaffen sollten. Der Oberpräsident
der Rheinprovinz von Bardeleben erhielt
den Auftrag, die interessierten Körperschaften zu
befragen, und sandte an 66 dem Westen angehörige
wirtschaftliche Körperschaften, Handelskammern,
industrielle, bergbauliche und sonstige Vereine
sowie an einzelne Sachverständige einen ausführlichen
Fragebogen, welcher folgende sechs
Fragen stellte:
ı. Um wieviel werden sich die jetzigen Frachten
der Güter, von welchen Jährlich mindestens
1000 Tonnen befördert sind, zwischen
den Hauptverkehrspunkten der in Betracht
kommenden Verkehrsgebiete bei der Beförderung
auf dem Wasserwege allein, zumteil auf
dem Wasserwege, zumteil auf der Eisenbahn,
voraussichtlich durch die Kanalisierung ermäßigen
?
Welche Mengen der bisher auf dem Eisenbahnwege
beförderten Güter werden nach
der Kanalisierung voraussichtlich auf die betreffenden
Flußstrecken übergehen” Welche
Ersparnis im ganzen wird hierdurch ungefähr
erzielt werden ?
Welcher Verkehr in welchen Gütern von mindestens
1000 Tonnen jährlicher Beförderungsmengen
wird zwischen den in Rede stehenden
Verkehrsgebieten infolge der Kanalisierung
neu entstehen und in welchem Umfange
den einzelnen Flußstrecken zufallen ?
Wie hoch wird sich unter Berücksichtigung
der Ermittelungen zu 2 und 3 die gesamte
Gütermenge voraussichtlich stellen, welche
nach der Kanalisierung auf jeder der in Betracht
kommenden Flußstrecken zur Beförderung
gelangt, talwärts ? bergwärts ?
Welche Wirkungen werden voraussichtlich
durch die Kanalisierung herbeigeführt ? für
den. Eisenerzbergbau, für die Kisenindustrie,
für die Kohlenindustrie, für sonstige
andere erhebliche Industrien, sowie für
Handel und Verkehr im allgemeinen ?
Ueberwiegen unter Berücksichtigung aller Ermittelungen
und Erwägungen die vorteilhaf-:en
oder nachteiligen Wirkungen der Kanalisierung
der in Frage stehenden Flußstrecken,
und wenn die ersteren überwiegen, sind die
zu. erwartenden Mehrvorteile so erheblich,
daß sie die Aufwendung der zur Kanalisterung
erforderlichen Mittel im Betrage von
etwa to Millionen Mark rechtfertigen ?