also um 8 bis 9%, welche hinreichen, die belgische
Konkurrenz — abgesehen von der englischen
— überall auf dem Weltmarkte zu verdrängen. Eine
derartige Erstarkung unserer Eisenindustrie liegt
aber sowohl im Interesse des Bergfiskus wie der
ganzen Gegend und wenn dieser den letzten Skrupel
los sein will, welchen ihm die westfälischen
Kohlen zu bereiten scheinen, so braucht er bei
der Lieferung von Kohlen nur darauf bedacht zu
sein, daß die Abnehmer immer mit einem guten
Produkt versehen werden, daß im besonderen für
eine ausreichende Menge an Kokskohlen Sorge getragen
wird, damit die Roheisenproduktion an der
Saar nicht aufgehalten wird. Dann wird die Bergverwaltung
nicht nötig haben, ihre Preise jemals
zu reduzieren, und stets ihre Abnehmer finden;
sie dürfte, wenn einmal die von Herrn Jordan stets
befürwortete Vertiefung unserer jetzigen Kanäle zur
Wirklichkeit geworden ist — sich dann vielleicht,
wie es gegenwärtig der Fall, permanent in der
außerordentlich günstigen Lage befinden, mehr
Käufer als Ware zu besitzen.‘‘
Am ıl. April 1888 ließ Karl Röchling in der
ın Metz erscheinenden amtlichen „Lothringer Zeitung‘
einen Aufsatz „Die Moselkanalisierung‘‘
bringen, in dem es hieß: „Nicht mit Unrecht sagen
die Lothringer, daß durch das fertige Stück Moselkanal
von der französischen Grenze äus bis Metz
ihnen nach wie vor eher eine wirtschaftliche Zugehörigkeit
nach Frankreich angewiesen sei, da
ihnen der weitere Anschluß der billigeren Verkehrsstraße
nach Deutschland fehle. Erst durch
den vollständigen Ausbau des Moselkanals zur Herbeiführung
eines großen lebhaften Verkehrs
zwischen Lothringen und Altdeutschland werde die
naturgemäße volle Zugehörigkeit gekrönt sein.
Schon zu französischen Zeiten war, wie gesagt, die
Fortführung der Moselkanalisation bis Diedenhofen
auf Kosten des Staates angeordnet ; außerdem sollte
eine schiffbare Verbindung zwischen der kanalisierten
Mosel und Maas bei Verdun durch Kanalisierung
des Orneflusses hergestellt werden. Alles,
um den französischen Eisenwerken Erze und Roheisen
billigst zuzuführen. Wir besitzen heute diesen
Reichtum und einen noch größeren Reichtum an
Steinkohlen, welcher Frankreich abging und noch
abgeht. Unsere Eisen- und Stahlindustrie ist also
eines großartigen Betriebes zum Wohle des ganzen
Reiches fähig. An der Saar scheint der Wunsch
für die Mosel- resp. Saarkanalisierung — je nach
Lage einzelner Werke — weniger dringend und
einmütig zu sein. Gleichlautende Resolutionen
gegen die Moselkanalisierung wurden von Herrn
Geheimrat Stumm sowohl in den wirtschaftlichen
Verein — in welchem zwar nicht alle Saarwerke
vertreten sind — wie in die Handelskammer eingebracht
und beschlossen. Darob ein heftiger
Kampf in den Saarblättern. Während die Kanalgegner
behaupteten, daß der Moselkanal die Saarindustrie
und speziell die Eisenindustrie schädige;
daß durch denselben die Saarkohlen vor der Gefahr
ständen, an Absatz zu verlieren, namentlich
aber aus dem Absatzgebiete „Ostfrankreich‘‘ von
den Ruhrkohlen verdrängt zu werden, die Saar-Moselkanalisierung
für die Industrie des Saargebietes
frachtlich nicht rentabel sei, weisen die Anhänger
der Kanalisierung im Gegenteile an der
Hand täglicher Erfahrungen durch‘ fortgesetzte Erzbezüge
per Kanal nach, daß der Kanaltransport
sehr gut rentiere und auf kanalisierter Saar-Mosel
noch besser rentieren werde: daß die Saarkohle