Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

schranke vollständig verschlossen ist. Hätte die
Wasserstraße eine Fortsetzung nach dem Innern
Deutschlands, so würde sie in dieser Richtung zweifellos
 sehr bedeutend durch Eisen- und Stahltransporte
 in Anspruch genommen werden. Wir fügen
noch an, daß auch die Deutschen Solvay-Werke
in Saaralben die Kanalisation der Mosel sehnsüchtig
 herbeiwünschen, um einerseits mit ihren Fabrikaten
 auf dem Wasserwege bis Duisburg-Hochfeld
 nach dem Rheinland und Westfalen zu gelangen,
 hauptsächlich aber, um auf dem Wasserwege
nach den .Seehäfen gelangen zu können, um die
Möglichkeit eines bedeutenden Exports in Soda zu
erreichen, der jetzt nur dem weiter im Binnenlande
 gelegenen Etablissement in‘ Dombasle bei
Nancy durch die französischen Wasserstraßen nach
den Seehäfen in weitgehendstem Maße ermöglicht
at‘

In einer Eingabe an den Reichskanzler Fürst
Bismarck vom 1ı3. Okt. 1887, welche die Verhältnisse
 der Handelskammer Saarbrücken betraf,
führte er aus: „Wir glauben darauf hinweisen zu
müssen, daß die Königliche Staatsregierung die
Ausführung‘ des Projektes der von einem sehr
großen Teile der hiesigen Großindustrie wie nicht
minder von weiten Kreisen unserer mittelbaren und
kleinen Gewerbetreibenden lange ersehnten Kanalisierung
 des Unterlaufes der Mosel und Saar von
neuem in Erwägung gezogen hat. Daß der derzeitige
 Vorsitzende der Handelskammer, welcher
schon dem Ems-Weser-Oderkanal emsigst und anfänglich
 nicht ohne Erfolg Hinderung bereitet hat,
diesem Projekte lebhaftest widerstrebt, ist umso
gewisser, als der Schwerpunkt seiner ganzen Erwerbstätigkeit
 in dem zu Neunkirchen zirka 20 Kilometer
 von der Saar entfernt belegenen Eisenwerke
beruht, welchem freilich durch die Kanalisierung
der unteren Saar und der Mosel ein Vorteil nicht
oder doch in minderem Maße wie den an der
Saar belegenen Hüttenwerken erwachsen würde. So
klar wie dies zutage liegt, so sehr muß dem Repräsentanten
 des Neunkircher Werkes daran gelegen
 sein, daß sein in dieser Angelegenheit von
vornherein befangen erscheinendes Urteil durch das
Votum der Handelskammer unterstützt werde ....
So gewiß über die Frage, ob die Saar- und im
Anschluß daran die Moselkanalisierung ein ‘hochnützliches
 Unternehmen sei, nicht etwa ein‘ Widerstreit
 der wahren Interessen einerseits der Städte
und, anderseits des platten Landes vorhanden ist,
so ist doch soviel allerdings wohl von vornherein
einleuchtend, daß, von einzelnen größeren Gewerbetreibenden
 längs der Saar abgesehen, vornehmlich
in den an dem Flusse belegenen Städten sich ein
reiferes Verständnis für die beregte Frage finden
muß. Gewiß kann daher der Königlichen Staatsregierung,
 wenn anders dieselbe überhaupt eine auf
gründlicher Prüfung beruhende Beurteilung‘ des
Kanalprojektes und nicht ein dasselbe schlechthin
mißbilligendes Votum der Handelskammer herbeigeführt
 sehen will, mit einer ‘lediglich nach dem
Wunsche des Herrn Stumm und seiner Anhänger
geregelten Zusammensetzung der Handelskammer
gerade jetzt nicht gedient sein.‘
1887 behandelte er dieselbe, Frage nach folgenden
 Gesichtspunkten: „Auf den Umfang, welchen
die Erztransporte im Falle. der Durchführung der
Moselkanalisation von Lothringen nach hier annehmen
 würden, näher eingehend, bemerken wir, daß
unsere hiesige Hütte schon im Laufe des nächsten
Tahres aus der Nähe von Diedenhofen ein Quan-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.