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auf die Eisenbahnlinien angewiesen, und es ist
nicht zu erwarten, daß der Frachtsatz des Spezialtarıfs
II, nach welchem fast alle Produkte der
Eisen- und Stahlindustrie transportiert werden, noch
eine weitere Ermäßigung nach dem uns zunächst
gelegenen Seehafen, Antwerpen, erfahren kann.
Unter diesen Umständen ist e& unserem Industriebezirk
ganz unmöglich, dem allgemeinen Bestreben
neue Absatzgebiete zu eröffnen, wirksam zu folgen,
wir müssen uns mit einer kaum nennenswerten
Beteiligung an den großen Aufträgen, welche
der Weltmarkt zur Verfügung hat, begnügen. Da,
wie schon oben gesagt, eine Ermäßigung der Eisenbahnfracht
nach den Seehäfen nicht zu erwarten
ja fast nicht möglich ist, so kann nur durch Schaffung
eines direkten Wasserweges nach den Secehäfen,
die für uns absolut notwendige Reduktion
der Transportkosten erreicht werden. Die Kanalisierung
der Mosel und daran anschließend die Kanalisation,
der Saar würde uns nicht allein die Möglichkeit
geben, unsere Fabrikate zu erheblich
billigeren Preisen wie seither auf den Weltmarkt zu
werfen, sondern sie würde uns auch zweifellos in
die Lage setzen, die Gestehungskosten unserer
Fabrikate wesentlich zu reduzieren. Da alle Hütten
unseres Reviers mit Ausnahme einer einzigen direkt
an der Saar liegen, so würden dieselben in der
Lage sein, die Erze, welche sie zur Speisung ihrer
Hochöfen bedürfen, zu wesentlich billigeren Frachtsätzen
wie bisher zu Wasser aus dem Lothringer
Erzrevier zu beziehen. Dem Einwurfe, daß diese
sinseitige Begünstigung der Wasserstraße eine ungünstige
Wirkung auf die Rentabilität unserer
Eisenbahnen haben würde, begegnet man am
besten durch den Hinweis auf die Verkehrsverhältnisse
am Rhein. Diese größte und befahrenste
aller natürlicher Wasserstraßen Deutschlands hat
es nicht verhindert, daß zu beiden Seiten derselben
Eisenbahnen entstanden sind, welche weitaus zu
den meistbefahrensten Strecken Deutschlands gehören.
Wir sind auch nicht der Ansicht, daß die
Kohlengruben unseres Bezirks durch Schaffung
ziner Wasserstraße nach dem Rhein in ihren Äbsatzgebieten
beschränkt werden würden. Wir glauben
vielmehr, daß sich durch außerordentlich billige
Rückfrachten nach Trier und darüber hinaus neue
Absatzgebiete für dieselben erschließen lassen.
Keinesfalls würde aber die Saarkohle saarabwärts
durch die schon weitvorgedrungene Ruhrkohle noch
mehr verdrängt werden. Sollte später einmal eine
Verbindung zwischen den Wasserstraßen West- und
Ostdeutschlands hergestellt werden, so würde uns
auch dies ermöglichen, die Produkte unseres Industriereviers
erheblich billiger wie bisher nach Norddeutschland
zu bringen, was dem Konsum derselben
und auch unserer Konkurrenzfähigkeit gegenüber
dem durch Wasserstraßen sehr bevorzugten
oberschlesischen Revier sehr zu statten kommen
würde. Daß unsere Produkte sich sehr gut zum
Transport per Wasser eignen, geht daraus hervor,
daß alles Formeisen, welches von hier nach
Ost- und Westpreußen abgesetzt wird, den Weg
über Antwerpen,. Stettin beziehentlich Danzig-Königsberg
nimmt. Große Quantitäten gehen sogar
jährlich von Stettin zu Wasser die Oder aufwärts
Daß, wie der Handelskammerbericht hervorhebt,
die uns jetzt zur Verfügung stehenden Wasserstraßen
nur in so geringem Maße zu Transporten
von Eisenwaren benutzt werden können, liegt einzig
und allein darin, daß das Reichsland wenig konsumfähie
ist und Frankreich uns durch eine Zoll.