vorzüglich funktionieren, berechtigen daher zu dem
Urteil, daß Hohenzollern bezüglich seiner
Leistungsfähigkeit nicht hinter den größten Werken
zurücksteht. Auch kann noch besonders bemerkt
werden, daß Hohenzollern sicher gegen Wassereinbrüche
geschützt ist, da das Deckgebirge eine
Stärke von über 300 m hat. Es ist also nach
menschlichem Ermessen ausgeschlossen, daß, wie
bei einer ganzen Reihe von Werken tatsächlich
eingetreten, Hohenzollern durch Abbauen der Kalisalze
und Zubruchgehen des Deckgebirges jemals
Wasserdurchbrüchen ausgesetzt werden kann.“
Am 31. Oktober 1903 wurde die erste Monats:
ausbeute mit 20 Mark auf den Kux bezahlt, am 31.
Dezember .die zweite und dritte mit 40 Mark für
die beiden Monate November und Dezember. Am
ı. November wurden sämtliche Obligationen der
Gewerkschaft aus den Serien II—IV für zinstragend
erklärt und am ı. Mai 1904 die ersten halbjährigen
Zinsscheine mit 11,25 Mark eingelöst. Bei der
großen Obligationenschuld von 2,5 Millionen Mark,
welche die Gewerkschaft in den Zeiten des Vordringens
ihrer Schächte in die Tiefe aufgenom
men hatte, und bei dem Herannahen des Zeitpunktes
der satzungsgemäßen Tilgung derselben wurde
von einer höheren Ausbeutezahlung als 60 Mark für
das Vierteljahr noch abgesehen, dafür aber die
Tilgung der Anleihen und die Schaffung. eines
Reservefonds in Aussicht genommen.
Das Jahr 1903 brachte bereits 636524 Mk.
Reinertrag, von denen 370054 Mk. auf Abschreibungen
verwendet wurden. Von den 266470 Mk.,
welche verblieben, wurden nur 60000 Mk. als Ausbeute
den Gewerken ausgezahlt und 206470 Mk.
auf Reservekonto gesetzt. Die bedeutsamen Meinungsverschiedenheiten,
welche im Kalisyndikat ausgebrochen
waren und welche seine Verlängerung
in Frage stellten, ließen die Schaffung einer
Rücklage für schlechte Zeiten durchaus als
notwendig erscheinen.‘ Dazu kam, daß mit dem
26. September 1905 die Tilgung der Serie I der
Gewerkschaftsobligationen beginnen müßte. Der
Betrieb gestaltete sich immer kapitalwirtschaftlicher.
Allein an‘ Kohlenkosten wurden 1903 gegenüber
1902 162 872 Mark erspart. Verbesserungen in den
einzelnen Betriebsabteilungen führten zur Vermehrung
der Funktionen der mechanischen Kraft und
zur Verminderung der Obliegenheiten der, Handkraft.
Eine Verminderung des Betriebspersonals
und eine Ersparnis an Lohnausgaben war die Folge.
Kraftwirtschaftliche Einrichtung und Vereinfachung
des Arbeitsverfahrens ging mit einer Verbesserung
der Zwischenerzeugnisse bei genauerem Betriebe
Hand in Hand. Die Betriebsvereinfachungen verminderten
die Handkräfte um fast 54 Vomhundert.
Bei gleichem Umfange der Erzeugung war die Belegschaft,
welche am ı. Januar 1902 139 betragen
‘4atte, am I. Januar 1903 auf 93 und am I. Januar
1904 auf 64 Mann vermindert. Ein höheres Ausbringen
des Chlorkaliums aus dem Rohkarnallit
verbesserte weiter die Betriebsergebnisse. Diese Betriebsvereinfachungen
gestatteten die Entlastung
und Ausschaltung von Einrichtungen und ganzen
Fabrikabteilungen, deren anderweite Verwendung
dadurch fast kostenlos ermöglicht wurde. Zur ordnungsmäßigen
Magazinierung der Fabrikate mußten
dagegen Neueinrichtungen getroffen werden. „Zur
weiteren Näherung an den höchsten Grenzwert der
Wirtschaftlichkeit werden die Anlagen fortgesetzt
genauen Prüfungen unterzogen‘‘. schrieb Karl Röch-