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612. Bis Ende März 1902 ließ sie sich auf 494 ver-/ingern,
In der Gewerkenversammlung vom 9. „April
wurde darum die Entlastung des Vorstandes vertagt
und eine Prüfungskommission ernannt, in welche
Ernst Röchling, Ruhrort, Bergwerksdirektor Kayser,
Saarbrücken, und Jares-Elberfeld von der Röchlingschen
Gruppe gewählt wurden. Sodann wurde Karl
Röchling, der bereits vom Vorstand in denselben zugewählt
war, von der Gewerkenversammlung als
ordentliches Mitglied in denselben gewählt. Nun
begann Karl Röchling, die Firma Gebr. Röchling
und die ihnen befreundeten Gewerken den Kampf
um eine kapitalwirtschaftliche und kraftwirtschaftliche
Einrichtung der Anlagen, die nur durch
Aenderung des Vorstandes möglich schien. Die von
dem Braunkohlenwerk Wallensen gelieferten Kohlen
und Briketts erwiesen sich als von nicht genügender
Heizkraft und es stellte sich heraus, daß es
wirtschaftlicher war, statt ihrer Steinkohlen aus
größerer Entfernung herzubeziehen, zumal Beschwerden
wegen mangelnder Güte nichts halfen
and Massen Ton in der Kohle geliefert wurden.
Ferner entsprach es nach Karl Röchlings Meinung
den Interessen des Unternehmens nicht, daß dasselbe
neben der Fredener Leitung noch eine zweite
Leitung in Berlin besaß, durch die erhebliche
Kosten entstanden, ohne daß von dort aus eine
sachverständige Einwirkung auf den Betrieb mög:
lich gewesen wäre. Dazu erschienen die Kosten
der Fredener kaufmännischen Leitung außerordentlich
hoch. Da die vorhandenen Vorstandsmitglie-.
der ihre Stellung nicht aufgeben und in die Abstellung
der vorhandenen Uebelstände nicht einwilligen
wollten, wurde ein förmlicher Preßkampf
nötig, der sich namentlich in der Rheinisch-westfälischen
Zeitung vollzog. Die Bewegung endete
mit dem Antrag auf Einberufung einer außerordent:
lichen Gewerkenversammlung, welcher den Wider
ruf der Bestellung des seitherigen Grubenvorstandes,
die Wahl eines neuen Grubenvorstandes und
die Wahl von Revisoren für das neue Geschäftsjahr
als Punkte der Tagesordnung forderte. Karl Röch
ling verfolgte die Absicht, den Schwerpunkt der Ver
waltung in die Hände der Größtbeteiligten zu legen.
weil diese allein im Mehrwert ihres Kuxenbesitzes
einen ausreichenden Ersatz für die im Interesse
der Gewerkschaft geleistete kostenlose Arbeit finden
konnten und verlangte, daß bis zur Erwirtschaftung
eines Ertrages die Vorstandsmitglieder
keine Vergütung mehr erhielten, denn bei den bis
herigen vollständig unzureichenden Betriebsergeb
nissen und der großen Schuldenlast, die Hohen
zollern zu tragen habe, sei, wenn irgendwo, eine
mit Sachkenntnis geführte und durchaus sparsame
Verwaltung geboten. Allein an Kohle sei eine Er.
sparnis von 150000 Mk. im Jahre zu machen. Als
der Grubenvorstand die beantragte Gewerkenversammlung
nicht berief, beantragte Karl Röchling
am 20. Mai 1902 die Einberufung derselben bei
dem zuständigen Bergrevierbeamten. Am 20. Juli
1902 fand sie endlich statt, ein entscheidender Beschluß
kam aber nicht zustande, nur legte der Vorstand
sein Amt nieder. Dafür wurde auf den ı2.
August nach Düsseldorf eine zweite Gewerkenversammlung
einberufen. In derselben wurde ein
neuer siebenköpfiger Vorstand gewählt, in welchem
die Röchlingsche Gruppe die Mehrheit erhielt, und
zwar wurde Karl Röchling zum Vorsitzenden des
Vorstandes und sein Freund August Servaes in
Ruhrort zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
In dem Schreiben, in dem Karl Röchling
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