Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

und Kesselhäuser fertiggestellt. Die Fabrik war
für eine tägliche Verarbeitung von 2000 Zentnern
Kalisalz eingerichtet und dabei war ihre Erweiterung
 auf täglich 5000 Zentner Verarbeitungsleistung
vorgesehen. Der Förderschacht hatte eine Tiefe
von 720,5 m erreicht. Auf 7 verschiedenen Sohlen
waren Aufschlußarbeiten vorgenommen. Bei 580.
600 und 620 m wurde versucht, vorhandene Kalilager
 im Streichen weiter aufzuschließen. Bis 65 m
stieg die Mächtigkeit der Lager an. 1901 schloß die
Gewerkschaft Hohenzollern mit dem Verkaufssyndikat
 zu Staßfurt für‘ die Zeit von Mitte April bis
Ende Oktober vorläufige Abkommen und trat dann
am 6. November 1901 dem Syndikat endgiltig bei.
Die Absatzmengen waren naturgemäß, während die
Aufschlußarbeiten noch im Gange waren, sehr gering.
 Erst Anfang 1902 trat die Grube in volle
Förderung. Auch der Chlormagnesiumkonvention
schloß sich die Gewerkschaft an. Die 1901 durch
das Syndikat abgesetzten Mengen waren
Gruppe I 4 525 t Chlorkalium, ;
II 2545 t Kalidüngesalz,
ITI 14714t Hartsalz bez. Kainit
4 IV 1 267 t Carnallit.
Das Ergebnis war jedoch noch kein erfreuliches,
 da das Syndikat in den letzten Monaten des
Jahres einen Wettbewerbskampf gegen die Gewerkschaften
 Einigkeit und Kaiserroda durchfocht, wel:
cher schwer auf die Preise drückte, bis die Gewerkschaft
 Kaiserroda dem Syndikat beitrat. 1901 wurde
Karl Röchling in den Vorstand der Gewerkschaft
gewählt und sah sehr bald, daß weder die ertragswirtschaftliche
 noch die technische Leitung der
Unternehmung ihrer schweren Aufgabe gewachsen
war, ja daß Privatinteressen eines Vorstandsmitgliedes
 an der Kohlenlieferung an die Grube derselben
 große Betriebslasten auferlegten. Im Jahre
1902 ließ er daher. die Grube Hohenzollern von
dem Bergwerksdirektor Kayser mehrfach besichtigen
 und befahren, um festzustellen, woher die
hohen Betriebskosten stammten. Auf der Gewerkenversammlung
 vom 9. April 1902 in Köln kamen
diese Dinge dann zur Verhandlung. Schon der
Jahresbericht für 1901 hob einen ungewöhnlich
hohen Verbrauch an Kohlen und Sprengstoffen hervor
 und führte aus: „Das Werk besitzt noch nicht
die ursprünglich geplante Zentralkondensation, so:
daß z. B. mangels einer solchen unsere Compound
maschine zu viel Dampf verbraucht. Hinzu kommt,
daß bis jetzt nicht mit Unterseil gefördert und auch
noch keine Versatzmengen in den Schacht gefördert
 werden konnten, welche Einrichtungen später
die Kraftanforderungen an die Maschine herabmindern
 werden. Ferner ist die Feuerungsanlage in
der Fabrik, wie eingehende Untersuchungen er.
geben haben, für die Anforderungen des Betriebes
 zu klein, sie mußte deswegen bisher stark for.
ciert werden, was weiterhin einen zu großen Kohlenverbrauch
 zur Folge hatte. Schließlich fällt noch
besonders ins Gewicht, daß Hohenzollern dasjenige
mit Fabrik versehene Kaliwerk ist, welches von
allen bestehenden Werken die kleinste Abwässerkonzession
 besitzt. Selbst anderen jüngeren Werken
 wie Karlsfund und Salzdettfurt stehen wir um
volle 20% bezüglich der Entlaugenkonzession nach,
müssen also das Mehrquantum an Endlauge unter
entsprechend größerem Kohlenverbrauch verdamp
fen .“*
Dazu kam ein außerordentlicher Bedarf an
Handkräften, da diese nicht genügender Aufsicht
ınterlayen. Ende 19017 betrug die Zahl Aderselhen
            
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