zweitgünstigster Punkt eine Stelle in unmittelbarem
Anschluß an das Meidericher Stahlwerk, und zwar
ebensowohl mit als ohne Moselkanalisation. So
wurden die Hochöfen schließlich in Meiderich erhaut.
Karl Röchling blieb dauernd der Repräsentant
der acht Gruben und gehörte bis 1895 dem Aufsichtsrate
der Rheinischen Stahlwerke an. Dann
hatten sich die südwestlichen Hütteninteressen des
Hauses Röchling so stark entwickelt, daß eine Be:
teiligung an einer niederrheinischen Mitbewerbsunternehmung
nicht mehr wünschenswert schien,
und das Haus Röchling stieß nach und nach seine
Unternehmungsanteile an den Rheinischen Stahl.
xvxerken ah
iz. Die Deutsche-Solvaywerke-Aktiengesellschaft.
Seit Jahrzehnten stand die Firma Gebrüder
Röchling in Bankverbindung mit den Brüdern Solvay
in Brüssel und der belgischen Gesellschaft
Solvay & Cie., welche auch in Ostfrankreich Niederlassungen
besaß. Die Firma Gebr. Röchling
lieferte dieser Kohlen und daraus entwickelten sich
im Laufe der Zeit Bankgeschäfte, welche zu persönlicher
Bekanntschaft und persönlichem Verkehr
führten. Die Gesellschaft Solvay & Cie. hatte ihren
Schwerpunkt, der ursprünglich allein in Steinsalz
gelegen hatte, nach und nach auf den Bereich des
Kali ausgedehnt. Von Ostfrankreich griff die Gesellschaft
nach Saaralben in Lothringen hinüber,
wo ein alter Salzbergbau bestand, nach Wyhlen
in Baden, nach Bernburg in Anhalt und schließlich
nach der Umgegend von Hannover. In Hamburg,
Mannheim und Trier verarbeitete sie Ammoniakwasser.
Schließlich rückte ein großer Teil ihrer
Tätigkeit auf deutschen Boden so, daß es ihr richtig
schien, durch Beteiligung Deutscher ihr Unternehmen
bis zu einem gewissen Grade den, deutschen
Verhältnissen anzupassen. Dazu das Bankhaus
Gebr. Röchling heranzuziehen, lag nahe, und sie
fand bei Karl Röchling, der mit den Werken in
Saaralben und in Ostfrankreich wohl vertraut war
und der auch die Zukunftsbedeutung des Kalibergbaues
erkannt hatte, volles Entgegenkommen. Er
wollte auf die Betätigung an der Unternehmung
für sich, seine Firma und seine Freunde aber nur
dann eingehen, wenn für die deutschen Unterneh:
mungen der Gesellschaft Solvay & Cie. eine besondere
Gesellschaft gegründet würde. Als ihm dies
zugesagt wurde, brachte er, seine Firma und drei
seiner Schwäger das nötige Kapital von 1,2 Mil.
lionen Mark auf, das mit dem Einbringen der Gesellschaft
Solvay & Cie., das zu 8,8 Millionen Mk.
bewertet wurde, zu einem einheitlichen Geschäftskapitale
von 1c Millionen Mark verschmolzen wurde.
Am ı3. Mai 1885 wurde von 10 Industriellen
und industriellen Gesellschaften in Bernburg die
„Deutsche-Solvay-Werke-Aktiengesellschaft‘‘ ge-‚gründet
und am 22. August 1885 erfuhr der Ge:
sellschaftsvertrag noch einen Nachtrag. Die Grün
der waren eine Solvaygruppe und eine Röchling
gruppe: einerseits Ernst Solvay und Alfred Solvay.
Industrielle zu Broitsford, Prosper Hanrez, Ingenieur
zu St. Gilles bei Brüssel, die Gesellschaft Solvay
et Compagnie zu Ixelles bei Brüssel und Louis
Sennet, Industrieller zu Ixelles, und anderseits Karl
Röchling, Kaufmann zu Saarbrücken, die Firma
Gebr. Röchling zu Saarbrücken und Karl Röchlines
Schwäger Louis Vopelius, Karl Vopelius und