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hatte diese in der Hochkonjunktur 1883 an den
Rand des Abgrundes gebracht. Eine Erlösung aus
dieser Abhängigkeit konnte ihnen nur werden.
wenn sie zur eigenen Roheisenherstellung über.
gingen. Es war nicht leicht, Aufsichtsrat und Genecalversammlung,
die sich eben erst von den mageren
Jahren der deutschen Freihandelszeit erholt hatten,
dafür zu gewinnen. Wenn eine Roheisenerzeugung
in Frage kam, so konnte es sich nur um das Zukunftsroheisen
aus Minette, um Thomasroheisen,
handeln. Es galt also, den Rheinischen Stahlwerken
den Weg zu diesem zu bahnen. Die ersten größeren
Erträgnisse der Jahre 1879 und 1880 wurden bei
sparsamer Dividendenausschüttung benützt, um den
Rheinischen Stahlwerken in Lothringen Minettefelder
zu erwerben. Sie erwarben 90 Kuxe der
Eisenbergwerke ‚Friedrich‘ und „Friedrich Anschluß‘““
bei Algringen. Man ging mit der Absicht
um, dort Minette abzubauen und dieselbe mit
der Bahn nach Meiderich zu verschaffen, um sie
dort zu Thomasroheisen zu verhütten. Zum selbstständigen
lohnenden Grubenbetriebe waren jedoch
diese Felder zu klein. Auch war der Abbau derselben
ohne die Schaffung einer selbständigen
Jberleitung an Ort und Stelle von Ruhrort aus
zaum möglich. Anders lagen die Dinge, wenn mit
anderen Erzfelderunternehmungen ein gemeinsamer
Abbau stattfand und dessen Leitung in südwestdeutschen
Händen lag. Karl Röchling ging den
Rheinischen Stahlwerken auch in dieser Hinsicht
an die Hand, indem er ihre Interessen mit den
seinen verknüpfte und die Firma Gebr. Röchling
mit den Rheinischen Stahlwerken einen gemeinsamen
Erzbergbau auftat — ein Weg, der zugleich
die Entscheidung offen ließ, ob der Niederrhein
oder die Mosel der Zukunftsboden des Thomasstahles
sein sollte. Diese: Frage stand damals
folgendermaßen. Das in den Algringer Gruben geförderte
Minetteerz hatte einen Ueberschuß an
Kalk, der seine alleinige Verhüttung nicht gestattete.
Es mußte daher ein erheblicher Vomhundertsatz
von kieseligen Erzen zugefügt werden.
Infolgedessen lagen auf der kalkigen Minette (75
bis 80% der Möllerung) nur die geringen Anschluß.
ahnkosten, für die kieseligen Erze aus Luxemburg
und die manganhaltigen Eisensteinerze von
der Lahn (20—25% der Möllerung), die erheblichen
Eisenbahnfrachten aus Luxemburg und von
der Lahn, für den Koks die Eisenbahnfracht Ruhrort-Diedenhofen
und für das Roheisen zum Ver
kauf die Eisenbahnfracht Diedenhofen-Ruhrort. Da
gegen waren bei Errichtung der Hochöfen in Ruhr
ort dorthin nach der damaligen allgemeinen Auf:
fassung 66 Vomhundert des Möllers, d. h. z2t
Minette auf rıt Roheisen von Diedenhofen nach
Ruhrort zu schaffen und etwa 33 Vomhundert des
Möllers von Rasenerzen (Wasserfracht von Hol
land), Puddelschlacken (hauptsächlich Wasserfracht),
Lahnerzen (Wasserfracht von Oberlahnstein)
und Erzeugungsabfällen im Werke. In dem
einen Falle war auf die Tonne fertigen Roheisens
It Koks von Ruhrort nach Diedenhofen, etwa dreiviertel
Tonne kieseliger und manganhaltiger Erze
von Luxemburg und der Lahn und eine Tonne
Roheisen von Diedenhofen nach Ruhrort, zusammen
also 2,75t auf ıt Roheisen zu verschaffen.
Im anderen Falle auf ıt Roheisen zt Minette und
nach Abzug der Fabrikationsabfälle etwa 0,85t
anderer Erze und Schlacken von der Lahn usw.
Dabei mußte die Kanalisierung der Mosel nach
diesen Aufstellungen beiden Punkten Diedenhofen