gegeben werden müßten. Allein diese Million belaste
jede Tonne Roheisen in Ars mit 5 Mk. Dazu
koste die Fracht für die Tonne von Ars nach Ruhrort
90 Pfg. mehr als die Fracht von Luxemburg
nach Ruhrort:; Zur Zeit, wo Puddelroheisen in Ars
35 Mk. und Thomasroheisen 36,50 Mk. koste, sei
bei 6 Mk. Kostenerhöhung kein Ertrag zu erzielen,
wo man für 40° Mk. Roheisen kaufen könne. Der
zweite war E. Klein, der Leiter der Heinrichshütte
bei Au an der Sieg. Dieser stieß sich vor allem
daran, daß die Erze von Ars hinter dem durchschnittlichen
Eisengehalte der Lothringer Erze zurückblieben
und erklärte, allein aus diesem Grunde
schon den Ankauf der Eisenwerke nicht für zweckmäßig
halten zu können. Wenn überhaupt gekauft
werden solle, dann dürften nur beste Erze gekauft
werden.
Karl Röchling bildete sich aufgrund eigenen
Aüugenscheines und der beiden Sachverständigengutachten
seine eigene Meinung und legte diese
am 10. August 1881 in einem Briefe an Böcker
nieder. Darin hieß es offen: „Das ganze ist immer
die Frage nach der Qualität bez. nach dem Ausbringen
der Erze, d. h. des Möllers, da bei 26%
Ausbringen des letzteren gegen 32%, welche bei
weitem die meisten anderen deshalb haben, weil
sie in ihren Erzen Kalk genug häben, um den
Zuschlag, der den Möller in Ars von 31% Erzausbringen
auf 26—27% Möllerausbringen herunterdrückt,
ganz zu entbehren und das Ausbringen von
32% rein zu erhalten vermögen, nicht an eine Konkurrenz
in Roheisen, wenigstens keine siegreiche,
gedacht werden kann.‘ Infolge dieser grundsätzlichen
Bedenken sah Karl Röchling davon ab, dem
Gedanken einer Fusion zwischen den Rheinischen
Stahlwerken und Ars näherzutreten und lehnte auch
den Kauf der Lothringer Eisenwerke ab, als ihm
derselbe für die Firma Gebr Röchling nahegelegt
wurde.
Alle Untersuchungen, welche Karl Röchling
hatte anstellen lassen, hatten dahin geführt, daß
selbst bei erheblichen Unternehmungskosten die Zukunft
nur demjenigen Berg- und Hüttenwerk gehören
konnte, das über die reichhaltigste, leicht
schmelzbare Minette gebot. Diese Erkenntnis nahm
er zur Richtschnur für das weitere Vorgehen seiner
Firma. Seit der Uebergang zur Eisenindustrie in
den Absichten der Firma Röchling lag, seit das
Thomasverfahren auf dem Plane erschienen war
und die Bedeutung der Lothringer Minetteschätze
weitsichtigen ertragswirtschaftlichen Geistern klar
geworden war, bemühte sich sowohl die Firma
Gebr. Röchling wie ihre einzelnen Teilhaber, insbesondere
Karl Röchling, um Erzkonzessionen und
brachte eine ganze Reihe Felder in ihre Hand.
Die Firma Gebr. Röchling besaß 1882 die „Zeche
Werder‘‘ und Stutzweiler bei Algringen. Karl Röchling
hatte 500 Kuxe des Eisenbergwerkes Wilhelm
bei Algringen erworben. Weitere 250 Kuxe besaß
Theodor Röchling und die letzten 250 Kuxe. waren
1882 im Besitze der Witwe Ernst Röchlings. Von
dem Eisenbergwerk „Arsweiler‘“ bei Algringen besaß
die Handelsgesellschaft Gebr. Röchling 098
Kuxe und Karl Röchling die übrigen zwei. Ferner
hatte Karl Röchling einen Kux der im übrigen
den Rheinischen Stahlwerken gehörigen Eisenbergwerke
„Friedrich‘‘ und ‚Friedrich Anschlnß‘‘ er
worben.
Ganz die gleiche Auffassung vertrat Karl Röchling
hinsichtlich der Zukunft der Rheinischen Stahlwerke.
Die Notwendigkeit. Roheisen zu kaufen