Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

von 79,89 Mk., in Westfalen von 82,82 Mk. und
fährt dann fort: „Man sieht hieraus sofort, daß
der Schwerpunkt für eine billige Flußeisenfabrikation
 in Luxemburg-Lothringen liegt. Der Niedergang
 der westfälischen Hochofenwerke und die Verschiebung
 jenes Schwerpunktes der westdeutschen
Flußeisenproduktion von Rheinland-Westfalen nach
dem Gebiete der Minetteerze wird keinem Sachkundigen
 mehr zweifelhaft sein. Sobald die Luxemburger
 und Lothringer Hochofenwerke Konverter
und Walzwerke bauen, so ist an eine Konkurrenz
der rheinisch-westfälischen Werke nicht mehr zu
denken, besonders nicht gegen die Werke von de
Wendel, Lothringer Eisenwerke, Burbach und
Stumm. Diese Werke werden allein imstande sein,
den ganzen Bedarf des deutschen Marktes zu dekken
 und überdies sich noch reichlich am Exmvort
deteiligen zu können.“
Nach den Aufstellungen der Eisenwerke stellten
sich damals die Selbstkosten für Eisenstein in Ars
1879/80 1,886 Mk. und für Kalkstein 1,519 Mk.,
für Roheisen 32,223 Mk. Im Oktober 1880 stiegen
sie jedoch auf 38,537 Mk., um bis zum April 1881
wieder auf 34,128 Mk. zu sinken. Die chemische
Analyse des Eisensteins ergab aus der Grube Varraines
 1888 durchschnittlich 32,28%, aus der Grube
St. Paul 29,15% Eisengehalt, aus dem 29,28% und
26,25% Ausbringen folgten. Dazu hatte sich der
Frankfurter Bankverein noch ein eigenes Cutachten
 von einem Sachverständigen, dem Leiter der
bayrischen Maxhütte, E. Fromm, anfertigen lassen
und es dem Aufsichtsrat der Lothringer Eisenwerke
 mitgeteilt. Fromm war am 30. und 31. Mai
in Ars gewesen und hatte sich gut unterrichtet.
Er begann seine Ausführungen: „Die unmittelbar
an den Hochöfen liegenden Eisensteingruben bilden
eine nicht zu unterschätzende Basis für einen. wohlfeilen
 Hochofenbetrieb, und wenn auch das Erzvorkommen
 nicht zu den reicheren in Lothringen
gehört und die Minette mehr kieselig ist, sodaß ı2
Vomhundert Kalk in den Hochöfen zugeschlagen
werden müssen, so sind dennoch die Verhältnisse
derart, daß der Hochofenbetrieb bez. die Roheisenproduktion
 als recht lebensfähig bezeichnet werden
kann.‘ Während er den Hochofenbetrieb und das
Puddelwerk einigermaßen anerkannte, fällte er über
das Schweißwerk und das Walzwerk ein vernichtendes
 Urteil: „Der Betrieb der Walzwerke zur Herstellung
 der Fertigfabrikate ist derart, daß er in
dieser. Weise, wenn gänzlicher Ruin verhindert
werden soll, nicht fortgeführt werden kann, etwa
mit Ausnahme der Produktion für Handels- und
feines Fassoneisen.‘‘ „Zumeist infolge der mangelhaften
 und veralteten Betriebsvorrichtungen, teilweise
 aber auch .... durch die viel zu wenig
geschulten Arbeitskräfte, sind die Resultate technisch
 wie ökonomisch derart ungünstig, daß der
Betrieb in dieser Weise nicht konkurrenz- und nicht
lebensfähig ist.‘‘ Ueber die Aussichten der Erzeugung
 von Thomaseisen äußerte sich Fromm:
„Man hatte bis vor kurzer Zeit geglaubt, das weiße
gewöhnliche Lothringer und Luxemburger Roheisen
zur Entphosphorung verwenden zu können. Diese
MMusion ist gänzlich zerstört, und man verlangt jetzt
ein hochgekohltes, halbiertes oder graues Roheisen
von annähernd nachstehender Zusammensetzung :
2-—21/2% Phosphor, 0,5—0,7% Silizium, 1,5-—2%
Mangan und unter o,1% Schwefel (im Maximum
0,1 Schwefel). Ein so zusammengesetztes Roheisen
läßt sich nur bei hoher Öfentemperatur, basischer
Beschickung und dem Zuschlas von mansganhal-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.