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Eine Erhöhung von deren Aktienkapital um 1,6
Millionen wäre alles gewesen, was sich erforderlich
gemacht hätte. Robert Böker wandte sich mit seinem
Plane an Dr. Theodor Goecke in Duisburg,
Direktor der Rheinischen Stahlwerke, und dieser
legte die Sache Karl Röchling vor, bei dem damals
die höchsten Entscheidungen über die Rheinischen
Stahlwerke praktisch standen. Da mit den Lothringer
Eisenwerken ein großer Waldbesitz und
mehrere Schlösser und andere Baulichkeiten verbunden
waren, welche zum Betriebe eines Hochofenwerkes
nichts beitrugen, so hoffte er aus deren
Verkaufe das nötige Betriebskapital für die Fort
setzung der Unternehmung zu erhalten. Zur Be
urteilung der Sachlage lag eine Denkschrift vor,
welche im Januar 1885 die Verwaltung von Ars
and vornehmlich der Direktor Buch über das Eisen
werk für den Aufsichtsrat hergestellt hatte. Die:
selbe ist in mehr als einer Beziehung bemerkenswert,
indem sie nicht nur eine so eingehende
Schilderung der Hütte und ihrer Anlagen enthält,
wie wenige erhalten sind, sondern indem sie auch
die technischen und ertragswirtschaftlichen Auffassungen
und Hoffnungen der südwestdeutschen
Eisenindustrie von damals wiedergibt. Sie schildert
den Grundbesitz, die Eisenerzkonzessionen und
Kalksteinbrüche, die Koksofenanlage zu Malstatt,
die Hochofenanlagen zu St. Paul und St. Benait,
das Puddelwerk, das Schweiß- und Walzwerk in
St. Paul, Adjustierung, Magazinierung und Expedition,
die monatliche Leistungsfähigkeit der Walzenstraßen,
die Erzeugung von Wagenachsen und
Puffern, Walzendreherei und Walzenarmierung,
Fabrikation feuerfester Steine und Reparaturwerkstätten,
die Werkstätte der Schmiede, Schlosser und
Dreher, Kesselschmiede, Werkzeugwerkstätte, Zimmermanns-
und Schreinerwerkstätte, Gasfabrik,
Pferdehaltung, Oekonomat, Bäckerei und Societe
alimentaire mit aller Gründlichkeit. Die Selbstkosten
berechnet sie für die Zukunft für Koks
in Malstatt auf 12,50 Mk., für Roheisen in St.
Paul auf 32,50 Mk., für Luppeneisen auf 62,50
Mark, für Schweißeisen auf 092,50 Mk., für gewöhnliches
Stabeisen auf 96,80 Mk. und für ge:
wöhnliche Träger und Schwellen auf 106,17 Mk
einschließlich Generalunkosten. Sodann erklärt sie
die Lage der Lothringer Eisenwerke zum Markte
und den Plan „einer Bessemeranlage nach‘ dem
Thomas-Gilchristschen Verfahren“. Auf einen
größeren Absatz rechnet sie nur nach Elsaß-Lothingen,
der Schweiz, Antwerpen und Italien, da
nach Süddeutschland die Saarwerke und die niederrheinisch-westfälischen
Werke Frachtvorsprünge
hätten. Dann heißt es über die Zukunft: „Viel
günstiger wird sich die Lage der Lothringer Eisen.
werke in der Erzeugung von Flußeisen gestalten,
zu welchem man nach dem Thomas-Gilchristschen
Verfahren das weißstrahlige Lothringer Roheisen
jetzt vorzüglich verwenden kann. Nachdem erreicht
worden ist, daß aus dem Lothringer Roh
eisen in basischen Konvertern direkt Flußeisen erblasen
wird und zum Ausrecken bez. Auswalzen
der Ingots nur sehr geringe Quantitäten Kohlen notwendig
sind, ist es einleuchtend, daß in Lothringen
angelegte Flußeisenwerke, namentlich, ‘wenn sie
dicht bei Hochöfen situiert sind, welche geeignetes
Roheisen für die Flußeisenfabrikation erzeugen,
ihre Flußeiseningots sehr billig herstellen können.‘
Daraus berechnet sie für vorgewalzte oder vorgeschmiedete
Ingots Selbstkosten in Ars von 74,44
Mark, in Burbach von 709,75 Mk., in Neunkirchen
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