wurde. Am 18. März 1864 wurde der Bau eines
vierten Hochofens beschlossen, damit drei beständig
ın Betrieb gehalten werden könnten.
Das Baseler Haus Schmidborn & Cie. nahm den
Verkauf von Pont-A-Moussoner Röhren auf.
Schmidborn & Cie in Ludwigshafen a. Rh. und
Basel gaben seit 1865 regelmäßig Preisverzeichnisse
derselben heraus. 1867 wurde für Pont-A-Mousson
die Beschaffung von Einrichtungen für
aufrechten Röhrenguß erwogen und bald darauf
ausgeführt. Von da an stellte sie immer größere
Röhrendurchmesser in aufrechtstehendem Guß her.
Alle diese Aufwendungen für die KEisenhütte
kosteten viel Geld. In der Wirklichkeit blieb daher
der Kredit Pont-ä-Moussons für Kokslieferungen
bei Röchling und Haldy nicht, wie in Aussicht
genommen, auf 500000 Frs. beschränkt, sondern
die. Hütte verfügte über viel höhere Summen. Da.
gegen war sie nicht in der Lage, bis Ende 1871
irgendwelche beträchtliche Beträge zurückzuzahlen.
Am I. Januar 1872 schuldete Pont-a-Mousson den
Firmen Röchling und Haldy 687 00o Frs. Dann
begannen jedoch Abschlagszahlungen zu erfolgen.
Im September 1872 war die Schuld bis auf 450 000
Frs. getilgt. Schmidborn und Gebrüder Röchling
ließen 1872 zum ersten Male die ihnen von Marbache
zufallende Dividende nicht auf ihr Reservekonto
zu Pont-a-Mousson buchen, sondern verrech:
ı1eten sie unmittelbar. Ihre Beteiligung an Pont-A.
Mousson stieg ununterbrochen durch Aufkaufen von
Anteilen, bis sie schließlich 70 Vomhundert des
Unternehmungskapitals betrug, während auf Gebr.
Haldy nur 30 Vomhundert kamen und Rog& nur
als Kommanditist beteiligt war. 1875 waren Gebr
Röchling mit ı 190070 Frs. an Pont-3-Mousson beteiligt,
Gebr. Haldy mit 510030 Frs. und Roge
mit 91 200 Frs., sodaß das gesamte Unternehmungskapital
1791 300 Frs. betrug. Meist wurden 10%
Ertrag verteilt. 1870 waren vier große neuzeitlich eingerichtete
Hochöfen vorhanden und dabei eine Eisengießerei,
welche zu den größten Eisengießereien des
Festlandes gehörte. Brachte der deutsch-französische
Krieg ihr auch die vollständige Stillegung
ihres Betriebes und die Zerstreuung fast ihrer sämtlichen
Handarbeiterschaft, so brachte ihr doch der
Friedensschluß nur Vorteile. Verringerte er das
iranzösische Absatzgebiet auch um Elsaß und Loth:
ringen, so beseitigte er aus dem französischen Zollinlande
doch auch fast sämtliche anderen Eisenwerke,
welche auf der Minette lagen und somit
Pont-3-Moussons nächste Mitbewerber waren. Fand
deren Eisen auch noch bis 1874 Eingang nach
Frankreich zum halben Zoll, so bedeutete doch
ihre Versetzung in den deutschen Zollverein eine
erhebliche Erleichterung für die ın Frankreich verbleibenden
Werke, und diese nahmen denn auch
sämtlich nach dem Friedensschluß einen fröhlichen
Aufschwung, zumal mit ihm eine längere Zeit der
aufsteigenden Wirtschaftslage begann. Pont-ä-Mousson
erreichte in den siebziger Jahren durch
seine großen Lieferungen an die Stadt Paris eine
einzigartige Stellung in seinem Fache und geradezu
eine Monopolstellung für Frankreich, arbeitete
aber daneben auch für die Ausfuhr und wurde damit
ein heftiger Mitbewerber der deutschen Eisenzießereien
in der Nähe, namentlich der Halbergerhütte,
an. welcher Freiherr von Stumm der Hauptbeteiligte
war. Zeitweilig erleichterte der Kurs der
französischen. acquits-ä-caution, welche bei der
Ausfuhr von Roheisen ausgestellt wurden, die Ausfuhr
noch, ja diese Ausfuhrscheine wirkten gelegentlich
geradezu als Ausfuhrprämie. Bei der