Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

gerechnet. Der Entwurf rechnete nach Abzug der
Zinsen für das Unternehmungskapital auf einen Ertrag
 von 51300 Talern einschließlich Abschreibun.
gen. Frachten, Kohlenpreis, die Preise des Holzkohleneisens
 und die Handkraftlöhne wurden ausführlich
 kalkuliert. Die Selbstkosten der Luppen
und Rohschienen für 1000 Pfund wurden auf 34,75
Taler, die Selbstkosten von Sturzblech Nr. 1—10
und Kesselblech einmal geschweißt bis zu Tafeln
von 350 Zoll auf 58,07 Taler, von Kesselblech,
zweimal geschweißt, Tafeln bis zu 700 Zoll auf
70,53 Taler, von Kesselblech dreimal geschweißt,
Platten über 700 Zoll, auf 86,31 Taler, Platinen
(Blechstäbe zu feinem Sturzblech) auf 51,80 Taler,
von Sturzblech aus Platinen 68,36 Taler angegeben.
Der Plan wurde niemals ausgeführt, sondern durch
das aufsteigende Interesse an einem wesentlich einfacheren
 Zweige der Eisenindustrie, an der Röhrengießerei,
 in den Hintergrund gedrängt, zu der die
Verhältnisse die Firma C. Schmidborn hinführten
Zu Anfang der fünfziger Jahre waren KErzlager-.
stätten in der Umgegend von Nancy entdeckt worden.
 Dies hatte den Kaufmann F. Mansuy in Pont-A-Mousson
 veranlaßt, sich an der AErzgrube
Marbache zu beteiligen. Als er durch die Gesellschaft
 Haldy & Co. 1855 Mitunternehmer der Koksofenanlage
 Altenwald geworden war, gründete er
1856 unter der Firma Mansuy & Cie. eine Kommanditgesellschaft
 auf Aktien zur Betreibung von Hochöfen
 in Pont-A-Mousson. Die Gesellschaft nannte
sich Societe& Metallurgique Nanceienne Hauts Fourneaux
 et Fonderies Mansuy et Cie., Pont-a-Mousson.
 An ihr beteiligte sich die Firma Haldy &
Cie. und dadurch die ihr angehörige Firma C.
Schmidborn in Saarbrücken als Hauptteilhaber. Ihr
Interesse an der Gründung bestand darin, für die
zunehmende Kokserzeugung von Altenwald einen
festen Großabnehmer zu Schaffen, der auch. in
schlechten Zeiten nicht versagte. Die Hütte bestand
 aus zwei kleinen Hochöfen, mehreren Kupol-Söfen
 und einer kleinen Gießerei. Mansuy seibst
führte die Geschäfte. Er war aber der ertragswirtschaftlichen
 Aufgabe, eine KEisenhütte zu leiten,
 nicht gewachsen. Die Zeiten waren schlecht,
und das englische Eisen überflutete zu billigen
Preisen das Festland. 1862 brach die Firma Mansuy
& Cie. zusammen. Bei der Versteigerung der Eisenhütte
 Pont-ä-Mousson vor der Handelsgerichtsschreiberei
 in Nancy am 2. Dezember 1882 erwarb
Karl Röchling dieselbe für die Beteiligten der Firma
Haldy & Cie. An diesem Tage schlossen M. Emile
Haldy, n6egociant, demeurant a Sarrebruck, M. Fr6ederic
 Mansuy, maitre de forges, demeurant ä Pontaä-Mousson,
 und M. Charles Roechling, ne6gociant,
demeurant a Sarrebruck, agissant pour le compte
de la Societe Schmidborn et Roechling freres, dont
le siege est a Sarrebruck, vor zwei Nancyer Notaren
 einen Gesellschaftsvertrag auf Erwerb der
Hochöfen in Pont-ä-Moussön, ihres Zubehörs und
ihrer Rechte an der Erzgrube Marbache aus der
Liquidation der Firma Mansuy & Cie., auf ihre Ausbeutung,
 den Verkauf und die Verfrachtung ihrer
Erzeugnisse und den Handel verschiedener zu ihrer
Ausbeutung nötiger Rohstoffe, den Verkauf und die
Verfrachtung von Eisenerz und überhaupt alle Maßnahmen,
 welche sich auf die Industrie der Gesellschaft
 bezogen. Die Gesellschaft hieß Haldy,
Röchling & Cie. und hatte ihren Sitz in Pontä-Mousson.
 Am 7. Januar 1864 wurde das Gesellschaftskapital
 auf 910000 Frs. festgesetzt, wovon
 652400 von den Teilhabern gestellt wurden
            
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