Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

1902
1903
190.4
1905
006

02
289
279
282

358 140,18
337 939,80
329 384,80
331 208,30
228 121.76

1 185,89
1 169,34
1 180,59
1 174,49
1221.52

Im allgemeinen war für die Handkräfte der
Unternehmung gut gesorgt. Eine Kranken- und
Unterstützungskasse, um welche sich die Teilhaber
der Firma aufs angelegentlichste kümmerten, sorgte
in Notfällen für alle Handkräfte und deren Angehörige.
 Sie entwickelte sich 1866—1873 bereits
nn folgender Weise

‚866
1867
868
8369
870
71
2
za

Mitglieder
100

ON

.

7
10

Jahresbeiträge
2216 Taler

1 940
1814

37
»»
”

1733 »
2574 »
A

Von Klassenkampfunruhen wurde die Koksoöfenanlage
 Altenwald wie überhaupt das Saargebiet
wenig berührt. Dazu war der Handarbeiter der
Saar im allgemeinen wirtschaftlich zu verständig
und sittlich zu hochstehend. Gelegentlich flackerte
wohl der Klassenkampfgedanke durch einige unruhige
 Köpfe, faßte aber nie dauernd Boden. So
griff der „Rechtsschutzverein‘‘ der staatlichen Kohlenbergleute
 zwar 1890 ebenfalls nach Altenwald
über, wo sich in der Gemeinde Schnappach ein
Ableger entwickelte, aber es gelang den Leitern
der Koksanlage, die Handkräfte davon zu überzeugen,
 daß die Streikerpressung nicht der richtige
Weg zur Hebung der wirtschaftlichen Lage der
Lohnarbeiter sei, und im Mai 1890 trat der letzte
Koksarbeiter aus dem Vereine aus. Immer neue
Einrichtungen schützten die Lohnarbeiter und mehrten
 ihnen die Annehmlichkeiten des Lebens. Eine
Werksfeuerwehr von 36 Mann sorgt für die Sicherung
 vor Feuersgefahr, vier besondere Aufenthaltsräume
 dienen der Annehmlichkeit der Handkräfte,
zwei Angestelltenwohnungen in Schnappach sorgen
für die Unterkunft von drei Familien und ein
Meisterwohnungshaus in Altenwald für die Unterkunft
 zweier Familien. Ein Schlafhaus in Schnappach'
 ist mit 80 Handarbeitern belegt, welche Schlafstelle
 einschließlich Bettwäsche, Licht und Heizung
erhalten. Seit 1906 besteht auf der Koksanlage
an unentgeltlicher Teeausschank.

RR. Die Kohlengrube Hostenbach.
Die Privatkohlengrube Hostenbach im preußischen
 Saargebiet ist mit ihrer Kohlengerechtsame
eine gewisse geschichtliche Merkwürdigkeit. Bereits
 um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts
wurde auf dem Gebiete der Abtei Wadgassen eine
Kohlengrube zu Hostenbach betrieben. Die Grafen
von Nassau-Saarbrücken bestritten jedoch der
Abtei, die seit alten Zeiten unter ihrer Landeshoheit
 stand, lange Zeit das Recht des Kohlen:
grabens. Diese hielt es aber ebenso tatkräftig fest
Am 1ıo. Januar 1759 kam es endlich zu einer Einigung,
 in welcher die Abtei das Recht des Kohlengrabens
 behauptete, aber auf einen Verkauf die.
ser Kohlen saaraufwärts verzichtete. Am 15. Febr.
1766 trat Fürst Wilhelm Heinrich die Abtei an
            
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