Wagen Förderkohle ausgetauscht. 1865 hörte die
Lieferung von Förderkohle zu den Vertragsbedingungen
auf. Damals hatte sich die Grube Altenwald
eine eigene Separation. erbaut und lieferte
nun abgesiebte Grieskohle von o bis 80 mm Korngröße.
Diese wurden auf der Kokerei unmittelbar
gemahlen. Später wurden neben den Grieskohlen
auch wieder Förderkohlen bezogen und in einer
eigenen Sortierungsanstalt gesondert, um dadurch
die zur Verfügung stehenden Kokskohlenmengen
zu vergrößern. Häufig war ein regelrechter Betrieb
in Altenwald nicht möglich, da die Grube
nicht regelmäßig die vereinbarten Kohlen lieferte.
1867 machte sie gar die Lieferung von Grieskohlen
von dem eintretenden Stückkohlenabsatz abhängig,
und brachte damit die Altenwalder Koksanlage in
die größte Verlegenheit, sodaß diese sich die größte
Zurückhaltung in Vertragsabschlüssen auferlegen
mußte und sogar Abschlüsse nur mit Vorbehalt
der Lieferung durch die Grube machen konnte.
Sobald genug Absatz für Stückkohlen da war,
lieferte die Grube der Koksanlage nur noch Grieskohle,
sodaß diese ihre Stückkohlenkunden überhaupt
nicht mehr befriedigen konnte. Es begann
ein förmlicher Kampf der Grube gegen den Stückkohlenabsatz
der Kokereien, durch den sie ihre
Absatzkreise gestört fand. Selbst eine feste Preisbestimmung
für den Koks war infolge der schwankenden
Grundlage der Herstellung oft nicht mehr
möglich. 1867 wurden neue Koksverträge mit Wasseralfingen
und Dupont et Dreyfus in Ars abgeschlossen,
welche die Bestimmung enthielten, daß
Erhöhungen und Ermäßigungen aufgrund der Veränderung
der Grieskohlenpreise stattfinden sollten.
Im Jahre 1864 waren die Ofenanlagen durch
den technischen Fortschritt bereits zum größten
Teile überholt. Ein Teil von ihnen wurde darum
abgerissen und durch fünf Appoltöfen ersetzt. Fine
andere Ofengruppe wurde 1864 umgebaut und zu
ihr ein Kesselhaus errichtet. Bis 1871 entstanden
die oberen gewöhnlichen Flammöfen. 1870 wurde
lie untere Gruppe ausgeschaltet. Während des
ldeutsch-französischen Krieges stand der Betrieb im
wesentlichen still und wurde erst im Herbst 1871
wieder vollständig aufgenommen. Der Neubau der
unteren Ofengruppe anstelle der daselbst befindlichen
alten Reste früherer Oefen wurde am 11. Nov.
1872 beschlossen, und die Gruppe kam noch in der
Zeit der Hochkonjunktur in Betrieb. Am 31. Oktober
1873 umfaßte die Koksofenanlage Altenwald ıı12
horizontale und 5 Appoltsche Koksöfen, zwei vollständige
Kohlenwäschen, ı3 Dampfmaschinen, 14
Dampfkessel, eine große mechanische Kohlenseparation,
vier Vorratstürme, ein Maschinengebäude
im. Mohrbachtale, zwei Fördermaschinengebäude,
das Maschinengebäude der Kohlenwäschen und
Mühlen, die Gasfabrik, das Büro, zwei gedeckte
Magazine, Werkstätten für Schmiede, Zimmerleute
nebst Aufseherwohnung, die Wohnung des Direktors,
das Schlafhaus mit Oekonomiegebäude und
Lazarett und ein Röhrennetz zur Wasserversargung
der Koksanlage.
Mit dem Uebergang in den Besitz der Firma
Schmidborn und Gebr. Röchling im Jahre 1874
war die Blütezeit von Altenwald für lange Zeit
zu Ende. Mit diesem Jahre trat ein verheerender
Niedergang ein. Infolge desselben konnte Altenwald
in der nächsten Bilanz Ende Dezember 1874
(am Schlusse des ersten Geschäftsjahres) nur noch
mit 170359 Talern, 19 Groschen 5 Pfennig bewertet
werden. Das waren immer noch 511079 Mark.