Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

A
7

A
t
>

|

-r
25.
:e
€
Yo

die die Grube Altenwald lieferte. Die Kohlenbeförderung
 von Grube Altenwald in die Wäsche
geschah anfangs mit Pferdewagen. Dann kamen
zwei Dampfmaschinen dazu in Tätigkeit. Eine davon,
 die sogenannte Maschine Haßtenteufel von
1854, ist noch heute auf derselben Stelle im Betrieb.
 Die angelieferten Förderkohlen wurden zunächst
 in einer Mühle, ähnlich einer Kaffeemühle
großen Maßstabes, mittels eines Pferdegöpels, der
durch zwei Pferde in Bewegung gesetzt wurde, gemahlen.
 Die gemahlene Kohle wurde in einem
von zwei Mann gedrehten Trommelsieb in vier
Größen abgesiebt, und dann wurde jede Größe für
sich in einem besonderen Waschkasten gewaschen.
An jedem Kasten stand ein Mann und bewegte das
Wasser mittels eines Hebels, an dem ein Kolben
befestigt war, auf und nieder. Die gesiebte und
gewaschene Kokskohle wurde mit Schubkarren an
die fünf Bienenkorbkoksöfen gefahren und dort verkokt.
 Die Entleerung der Bienenkorböfen geschah
mit Handhaken. Gelöscht wurde der Koks noch
mit der Hand. Bei jedem gezogenen Kokskuchen
waren drei besondere Handkräfte angestellt, welche
mit Eimern das erforderliche Löschwasser aus
nebenan befindlichen Tümpeln entnahmen und über
den glühenden Koks gossen, bis die Abkühlung
erfolgt war. Erst 1856 wurde die erste Spritzleitung
angelegt und der Schlauch zum Abspritzen einge:
Führt.
Neben ‘den Bienenkorböfen standen zehn
Flammöfen, nach dem System Rexroth, dessen Er:
finder Direktor der de Wendelschen Koksofenanlage
 in Hirschbach bei Sulzbach war. Zu ihrer
Entleerung war bereits eine Ausdrückmaschine vorhanden,
 welche aber ebenfalls von Hand betrieben
wurde. Die Abgase gingen bei Bienenkorböfen und
Flammöfen gleichmäßig in die Luft.
Im Jahre 1853 wurde die erste größere maschinell
 betriebene Kohlenwäsche erbaut. Doch deckte
diese nur einen kleinen Teil des vorhandenen Bedarfes.
 Ein großer Teil Kokskohle wurde nur gemahlen,
 aber ungewaschen verkokt. Ende 1854 erhielt
 die Kohlenwäsche statt des Pferdebetriebes
zwei Dampfmaschinen, eine große und eine kleine.
Die kleine betreibt heute noch das Transportbecher:
werk von Grube Altenwald nach der Wäsche. Die
größere hat bereits ausgedient und liegt abmontiert
daneben. Sie betrieb 1854 bis 1882 die Wäsche
und von 1888 bis 1897 die Kondensation. 1856
wurde eine Gasanstalt zur Beleuchtung der Anlage
geschaffen und 1868 umgebaut. Die Inbetriebsetzung
 der großen Wäsche ermöglichte den Bdu einer
großen Anzahl Koksöfen. 1856 waren bereits 40
gewöhnliche Flammöfen mit Kanälen zum Abzug
der ‘Gase und 43 sehr breite Koksöfen vorhanden.
Von diesen letzteren hatte ursprünglich jeder cinzelne
 Ofen einen besonderen Kanal für den Abzug
seiner Gase in die freie Luft. Später erhielten
sie einen gemeinschaftlichen Abzugskanal, welcher
die Abgase erst einem hohen Kamine zuführte,
ehe er sie ins Freie entweichen ließ. Seit 1863
wurde ein Teil der Abgase zur Heizung der in
diesem Jahre neu angelegten beiden Dampfkessel
benutzt.
Von 1854 bis 1867 lieferte die Grube Alten.
wald nur Förderkohlen, keine Grieskohlen, zum
Preise von ı5 Pfg. den Zentner oder 3 Mark die
Tonne. Der hierüber abgeschlossene Vertrag hatte
15 Jahre Giltigkeit. Die ausgeworfenen Schiefer
wurden wieder bei der Grube Altenwald angefahren
 und dort ein Wagen Schiefer gegen einen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.