Full text : Festschrift für den 29. Rheinischen Provinzial-Lehrertag am 13., 14. und 15. Juni 1905 in Saarbrücken

S.

haus. Kuf dem freien Platze vor ihm nahm der Kaiser von herrn
Geheimrat hilger den Rapport des Kreiskriegerverbandes entgegen.
Im Kathaussaal fand dann eine kurze Feier statt; Hherr Bürgermeister
Dr. Neff hielt eine Begrüßungsansprache, die von Majestät huldvollst
erwidert wurde. hierauf ging die Fahrt nach der alten Brücke, wo
die Enthüllung des Reiterstandbildes Wilhelms J. stattfand. hier
harrte eine glänzende Versammlung dem Nahen des Kaiserpaares.
duf einer Tribüne links hatten 600 Personen in festlicher Kleidung
Platz genommen, auf einem Podium rechts waren die vereinigten
Männerchöre der Saarstädte versammelt, neben der Tribüne bemerkte
man die Ehrenkompagnie. Beim Erscheinen der Majestäten präsen—
tierte diese das Gewehr, die Musik setzte ein, ein brausendes hurra
ertönte, die Damen winkten mit den Taschentüchern, die Herren
schwenkten die Hüte. Der Kaiser schritt die Front der Chrenkompagnie
ab und nahm dann mit Ihrer Majestät im Kaiserzelt Platz. Die
Festansprache hielt Herr Bürgermeister Feldmann. hierauf fiel auf
Befehl Sr. Majestät die hHülle des Denkmnals. Vom Winterberg
donnerten die Kanonen, die Truppen präsentierten, die Menge fiel
mit brausendem hurra ein; in diesem Augenblick flogen von einem
Saarschiffe 500 Briestauben auf. Das Raiserpaar besichtigte ein—
gehend das Denkmal und zog mehrere herren, darunter den Schöpfer
des Reiterstandbildes, Hherrn Professor Donndorf aus Stuttgart, ins
Gespräch. Von der alten Brücke aus begaben sich die Majestäten
ins Saarbrücker Rathaus, wo sie von herrn Bürgermeister Feldmann
und den Stadtvätern begrüßt wurden. Auch hier beantwortete der
Kaiser die Ansprache des Stadtoberhauptes in huldvoller Weise.
Nach der Feier im Rathaus fuhren die Majestäten unter brausendem
Jubel nach dem Bahnhof. Der Kaiser winkte immerfort leutselig
mit der hand, während die Kaiserin sich freundlich lächelnd nach
allen Seiten verneigte. Vor der Abfahrt sprachen die Allerhöchsten
herrschaften herrn Landrat Bötticher Ihren wärmsten Dank aus für
die überaus herzliche Aufnahme in den Saarstädten.
Bei der hehren Seier am 14. Mai haben die Bewohner des Saar⸗
tals die Liebe zu Kaiser und Reich, die alte Treue zum Vaterlande
und angestammten herrscherhaus wieder in erhebender Weise bekundet.
16. Wie der Kreis Saarbrücken seit 1815
gewaltig zunahm.
l. Der Kreis (385 qkm groß)
1817 — 24541 Einwohner, 64 auf 1 qkm
1828 — 30600 79
            
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