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heldenkönig mit dem Kronprinzen, dem Prinzen Karl und dem
Grafen Moltke dem Wagen entstieg, erscholl ein brausendes hoch—
rufen der dichtgedrängten, begeisterten Volksmenge. Zuerst wurde
der Kaiser von dem General herwarth von bittenfeld und hierauf
vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz begrüßt. Sodann beglück—
wünschte der erste Beigeordnete von Saarbrücken den greisen Monarchen
zur glücklichen Heimkehr aus dem glorreichen Feldzuge. Darauf
überreichte der Oberbürgermeister von Köln den goldenen Lorbeer—
kranz und verlas eine Dank-Adresse der rheinischen Städte. Schließ—
lich sprach Fräulein Sarrn aus Saarbrücken ein Begrüßungsgedicht
und überreichte dem Kaiser einen prächtigen Blumenstrauß. Seine
Majestät dankte huldvoll und bemerkte: „Ihr habt viel hier in Saar—
brücken gelitten, ich weiß es wohl.“ „Ja, Kaiserliche Majestät,“
erwiderte Fräulein Sarry, „aber diese Stunde wiegt bei uns allen
die Vergangenheit auf.“
13. König Wilhelm J. in Saarbrücken.
Am dritten Tage nach der Schlacht bei Spichern waren die
Straßen St. Johanns dicht besetzt; erwartete man doch heute den
geliebten, greisen heldenkönig Wilhelm. Gegen 4 Uhr nachmittags
kam er von homburg zu Wagen, begleitet von Bismarck, Moltke,
Roon, nebst einem glänzenden Gefolge. Brausender Jubel begrüßte
den König und seine Paladine. Der Zug ging durch die hauptstraße
von St. Johann über die alte Brücke bis zum hause des Kaufmanns
und Beigeordneten Quien, dem Absteigequurtier des Königs. Die EAn⸗
kunft des Königs geschah so unerwartet, daß herr Quien nicht gleich
zur Stelle war und durch seinen Schwiegersohn vertreten werden
mußte. Dessen Töchterchen überreichte dem König einen Rosenstrauß,
den Majestät freundlich entgegennahm, dabei bemerkend: „Aber mit—
nehmen kann ich die Rosen nicht; die Seit ist zu ernst.“ m nächsten
Morgen ließ sich der oberste Kriegsherr von dem General von Göben
über den Verlauf der Schlacht Vortrag halten und besuchte dann, von
Moltke begleitet, das Schlachtfeld. Noch waren die Spuren des
furchtbaren Kampfes zu sehen: Gefallene Pferde, Uniformstücke und
Waffen lagen umher. „Je näher man den höhen kam, um so zahl⸗
reicher erschienen die Erdhügel mit den schlichten holzkreuzen und
ihren kurzen, aber so inhaltschweren Inschriften.“ Der König war
tief bewegt, aber sein Gewissen war frei: „Er hatte ihn nicht ge—
wollt, diesen tränenreichen Krieg.“ Auf der Rückfahrt bemerkte
Majestät in der Nähe des Gymnastums einen französischen Ver—
wundeten und redete ihn in französischer Sprache an: „Zu welchem