Full text : Festschrift für den 29. Rheinischen Provinzial-Lehrertag am 13., 14. und 15. Juni 1905 in Saarbrücken

Jahres 1813 von dem Aufruf des Königs an bis zur Siegesnachricht
von Leipzig. In der Neujahrsnacht auf 1814 hatte der alte Blücher
bei Caub den Rhein überschritten und kam nun dem von Franzosen
besetzten Saarbrücker Lande immer näher. Der hier kommandierende
französische Marschall hatte die Absicht, die Saarlinie zu verteidigen,
wurde aber nach kurzem Kampfe gezwungen, die Stellung zu räumen.
Noch vor der Annäherung der deutschen Truppen wurde auf seinen
Befehl die alte Brücke teilweise in die Luft gesprengt. Am 11.
Januar erschien der Marschall Vorwärts selbst und nahm Quartier
im Schlosse. Dann ging es weiter nach Frankreich hinein bis nach
Paris: „Den Finger drauf, das nehmen wir!“
Wie auf dem ganzen linken Rheinufer, so wurde nun auch hier
in unserem Lande wieder deutsche Verwaltung eingeführt. „Beweiset
Euch würdig Deutsche zu sein, und Ihr werdet es bleiben!“ so hatte
der mit der Verwaltung beauftragte Staatsrat von Gruner in einem
Erlaß die Bewohner aufgefordert. Daß die deutsche Gesinnung nicht
erstorben war, zeigte sich bei dem aus Anlaß des Einzugs in Paris
am 17. April 1814 gefeierten Dankes- und Siegesfeste, „um dem
allmächtigen Gott den feierlichsten Dank darzubringen, daß er nach
zwanzigjährigem namenlosen Elend uns endlich dem Uummer ent—
rissen und uns unserm alten deutschen Vaterlande wiedergegeben hat“.
Aber eine schwere Enttäuschung sollte den Bewohnern bevorstehen.
Im Srieden zu Paris wurden die Grenzen Frankreichs auf die vom
1. Januar 1792 festgesetzt, und obgleich damals noch kein bewaff—
neter Franzose die Grafschaft Saarbrücken betreten, sollten die Kantone
Saarbrücken, Arnual und ein Teil von Lebach bei Frankreich bleiben.
Man kann sich denken, welche Entrüstung diese Nachricht in den
herzen aller Deutschgesinnten hervorrief. Überall in den deutschen
Landen fühlte man mit den armen Saarbrückern. Mancherlei Vor—
schläge wurden gemacht, wie man dem Saarbrücker Lande helfen
könnte. Selbst die Dichter versagten ihre Teilnahme nicht. Friedrich
Rückert sang damals das Lied von dem „armen Saarvögelein“:
An der Brück' an der Saar,
In Gedanken mein
Stand ich und hört' alldar
Singen ein Vögelein:
Das sang so traurig gar,
O, armes Vögelein
An der Brück' an der Saar.

Aber
zurüc
wied
Kirch
Früh
der
preu
hier
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hard
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