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Vergehen am härtesten bestraft. Die Zahl der Steuern, die aus den
verschiedensten Gründen erhoben wurden, war eine sehr große.
Zu diesen schweren Lasten und Abgaben vermehrte auch die
Cage der Grafschaft selbst die not der Bewohner. UNuf der Grenze
zwischen Frankreich und Deutschland gelegen, inmitten von nur kleinen
und kleinsten Ländchen, war die Grafschaft schutzlos jedem Kriegsgetümmel
preisgegeben. Kein Kampf ist zwischen Deutschland und
Frankreich bis zum Jahre 1870 ausgekämpft worden, von dem
unsere heimatliche Gegend verschont geblieben wäre.
4. Die Seibden des Saarbrücker Sandes wäbhrend
des dreißigjährigen Krieges.
Bei Beginn des dreißigjährigen Krieges regierte im Saarbrücker
Cande der Graf Cudwig (1602- 1627). Er war friedliebend, aber
ängstlich und unentschlossen. Daher blieb er neutral; seine Neutralität
wurde jedoch von den kriegführenden Parteien gar nicht beachtet.
Schon gegen Ende des Jahres 1619 zogen Truppen der Liga durch
unsere Saar- und Bliesgegend und verübten Brandschatzungen. Nach—
einander überfluteten Spanier, Franzosen und Pappenheimer das
arme Land. Besonders fürchterlich hausten die Kratzischen Kriegsvölker.
Die meisten häuser wurden eingeäschert, Kirchen und andere
öffentlichen Gebäude verwüstet, viele Cinwohner getötet, verwundet
oder mißhandelt. So ließ 3. B. ein Offizier einem Bauersmann, der
gar nichts verbrochen hatte, ein riemenförmiges Stück Sleisch aus
der haut schneiden. „Kurz, sie haben so barbarische und schreckliche
Grausamkeiten begangen, daß man nichts Schlimmeres sagen noch
erdenken kann,“ berichtet ein Augenzeuge an Wallenstein. Im
Sommer 1626 brach in Saarbrücken die Pest aus. Graf Ludwig sah
sich genötigt, seine Residenz nach Neunkirchen zu verlegen. hier
starb er schon im nächsten Jahre, und nun übernahm sein Sohn,
Graf Wilhelm Ludwig, die Regierung des schwer bedrückten Landes
(1627 1640). Auch er konnte es nicht hindern, daß bald die
Kaiserlichen, bald die Schweden, bald die Franzosen unsere arme
Gegend noch mehr aussogen. Infolge der Unsicherheit floh der Graf
nach Metz, wo er unter dem Schutze der französischen Regierung
stand. Hier starb er fast mittellos (1640). Die gräfliche Witwe
Amalie entschloß sich auf den Rat ihres Bruders, mit ihren Kindern
Metz zu verlassen. Im Frühjahr 1641 wandte sie sich unter vielen
Schwierigkeiten nach Ottweiler. hier fand sie alles in ganz erbärm—
lichem Zustand. Kaub, Mord, hunger und Pest hatten hier wie in
der ganzen Grafschaft die meisten Cinwohner dahingerafft. Schiff⸗