Full text : Festschrift für den 29. Rheinischen Provinzial-Lehrertag am 13., 14. und 15. Juni 1905 in Saarbrücken

ioch
zen⸗
der
eine
chen
noch
mnen
zeit.
ifel,

lien
iner
de“,
die
tung
eich
den
aft.
erall
dem
lach⸗
tein,
ner

cher
ist
inie
nlich
rung
mit
agen
eke,
und

vohl
gste;
ihrte
die
ging

dann durch das Scheidter Cal und die Pfalz nach Mainz. An der
Übergangsstelle über die Saar befand sich eine Niederlassung, die
den Namen Alt-Saarbrücken führte und diesen wohl von der Brücke
herleitete. Eine zweite Straße ging von Burbach über die höhe in
die Neunkircher Gegend, sie heißt noch heute Grülingsstraße. Von
Forbach führte eine Verbindungsstraße nach Burbach, die bei Gers—
weiler die Saar überschritt. Am halberg zweigten von der haupt—
straße zwei andere ab, die eine über Brebach nach Saargemünd, die
andere flußabwärts durch das heutige St. Johann zur Grülingsstraße.
Nach der Darstellung eines römischen Dichters, der die Schönheit
der Mosel preist und dabei auch die Saar erwähnt, wurde unser
heimatlicher Fluß schon damals von Ss„chiffen befahren.
Wenn auch das Land nach römischer Weise verwaltet wurde,
so blieben doch die Eigentümlichkeiten der gallischen Bewohner in
Sprache, Sitte und Religion bestehen. Die Kelten verehrten ihre
heidnischen Götter weiter, wenn sich auch allmählich die römischen
d. h. lateinischen Namen einbürgerten. Spuren keltischer Götter—
verehrung hat man an manchen Orten gefunden, so in der heiden—
kapelle am Halberg, bei Dudweiler und bei Sengscheid im Grumbach—
tale. Gerade die letztere Stelle, an der man zwei in den Selsen
eingehauene Götterfiguren erblickt, zeigt uns, „wie die ländliche Be—
bölkerung ihre Götter am liebsten in stiller Abgeschiedenheit verehrte,
wo das Plätschern einer Quelle und das Rauschen der Buchen- und
tichenwipfel die Nähe der Gottheit zu verraten schien.“
Die Gegend war zur Römerzeit arm an Städten und Dörfern,
vielmehr herrschten die einzeln liegenden Landhäuser vor. Eckerbau
und Viehzucht bildeten die Hauptbeschäftigung. Außer den Getreide—
arten wurde noch Flachs gebaut; Obst- und Weinkultur verdankten
hier wie auf dem ganzen linken Rheinufer den Römern ihre Ent—
stehung.

3. Wie die Grafschaft Saarbrücken entstand.
Die Römerherrschaft dauerte etwa vier Jahrhunderte. Dem ge—⸗
waltigen Ansturm, den die Völkerwanderung ausübte, konnte das
morsche Keich nicht widerstehen. Nun nahmen germanische Stämme
Besitz von dem Lande, das sie aber erst noch gegen die wie ein
verheerendes Wetter daherbrausenden hunnen verteidigen mußten.
Die aus keltischer Zeit bestehenden Ringwälle in den Wäldern wurden
derstärkt und erhöht und boten so den Bewohnern samt ihrer dürf—
tigen Habe Schutz gegen die wilden horden, daher wohl der noch
heute erhaltene name „hunnenring“. Die Stämme, die sich in unserer
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.