Die
Saarbrücker Zeifung
ist eines der ältesten politischen Blätter
Deutschlands, denn nur wenige Zei—
tungen dürften auf ein Alter von 145
Jahren zurückblicken. Das Blatt teilte
mit der Bevölkerung die wechselvollen
Schicksale des Saargebiets.
Die Nassau-Saarbrücker Fürsten—
herrschaft, die „Franzosentid“ nach der
großen Revolution, der deutsche Be—
freiungskrieg, sie sahen die „Saar—⸗
brücker Zeitung“ stets treu deutsch
gesinnt und kämpfend für den Anschluß
an das große Vaterland, den endlich
das Jahr 1815 brachte. Weiter stand
unser Organ ehrlich und offen im
vorigen Jahrhundert in der Zeit der
Reaktion auf Seiten des um sein Recht
kämpfenden Bürgertums, dem das Jahr
1848 die Konstitution brachte.
Als das Kaiserreich der Hohenzollern
uns von der Grenzwacht befreite, und
der äußeren Vollendung der innere
Ausbau des Reiches folgen mußte,
hat die „Saarbrücker Zeitung“ bis
auf den heutigen Tag ihre vornehmste
Aufgabe darin erblickt, gegen alle
reaktionären Strömungen vorzugehen
und dem gesunden Fortschritt auf dem
politischen und sozialen Gebiete im
Saartal freie Bahn zu schaffen.
Auch die Zukunft wird unser Blatt
stets dort finden, wo es gilt, dem
Geist der Unduldsamkeit entgegen zu
treten, wo es sich darum handelt, vor⸗
wärts zu schreiten auf den Bahnen,
die ein Volk von der Kultur der
Deutschen für sich in Anlpruch nehmen
darf. Es muß dies tun, will es seine
reichen Geisteskräfte nicht lahmlegen
lassen durch Strömungen, wie sie heute
nahe daran sind, jedes freie Wort zu
mnebeln und die freie Forschung zu
unterbinden. Was wir erstreben, ist
Freiheit vor allem der Schule, Ein—
treten für die zeitgemäßen Forderungen
ihrer Vertreter und rücksichtsloses Be—
kämpfen jedes kulturfeindlichen, rück—
schrittlichen Bemühens, von welcher
Seite es auch in Erscheinung treten
mag.
Wie die Bevölkerung des Saargebiets über unser Streben urteilt, dafür
ist wohl der beste Beweis, daß die „Saarbrücker Zeitung“, die bereits in
riner Auflage von
—17500 2
Eremplaren erscheint, das verbreitetste politische Tageblatt Süd-Rheinlands
—DD die
Post, unsere Geschäftsstellen in Saarbrücken Eisenbahnstraße 33 und St. Johann
Bahnhofstraße 31 und durch unsere Träger.
Verlag der „Saarbrücker Zeitung“.
Gebr. hofer.