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reichen Gästen ein wohnliches heim bereitet, so daß wohl niemand
am Ende der Festtage gerne von hinnen schied und gewiß alle
Cehrertagsbesucher die gastfreundliche Stadt in dankbarer und freund⸗
licher Crinnerung behalten werden. Und wie zahlreich waren die
Besucher gekommen aus nah und fern! Zum erstenmale während
unsers langen Bestehens war alsbald die recht große Auflage des
Festbuches vergriffen; allerdings keine unangenehme Tatsache für die
Mülheimer herren, die keine Opfer gescheut hatten, ihren Gästen
das Schönste und Beste überreichlich zu bieten.
Die Tage von Mülheim bleiben jedem von uns unvergeßlich;
sie sind neben den schönsten in unserer Vereinsgeschichte verzeichnet.
Das mag den dortigen lieben Kollegen als Entgelt dienen. Das
Bewußtsein, dem Guten und Schönen gedient zu haben, ist der beste
Cohn. Doch unser aller Dank sei nochmals an dieser Stelle aus—
gesprochen.
Die Mülheimer Verhandlungen waren anstrengend, und heiß
war der Kampf. Handelte es sich doch um Grundprinzipien, um die
augenblicklich innerhalb der preußischen Lehrerschaft so scharf, fast
leidenschaftlich gestritten wird. Mußte doch sogar eine Lebensfrage
der Volkserziehung, „Die allgemeine Polksschule“ von der Tages—
ordnung verschwinden, um für die der Schulaufsicht Zeit zu gewinnen.
Gewiß ist die deutsche Cehrerschaft sich in jener Frage längst einig;
trotzdem spricht die Tatsache ihres Aufschubes zugunsten der andern
mehr als Worte und Vorträge dafür, wie tief einschneidend die
zweite auf der Tagesordnung stehende Frage der Schulaufsicht in
unseren Tagen in das Lehrerleben und Lehrerempfinden eingreift.
Wenn alles seinen Grund hat, so mag dies für uns ein Singerzeig
sein, allen Ernstes nachzudenken und zu forschen nach den Gründen
vorhandener Mängel und den Mitteln zu deren Beseitigung. Diese
wird man auch finden, wenn auf beiden Seiten ehrliche Uberzeugung
und nicht Schein die Triebfeder des handelns ist, und wenn man
sich gegenseitig durch berechtigte Gründe überzeugen läßt. Möchten
die Wogen des KUampfes sich nunmehr legen, mögen vor allem Treue
und Glauben sich durch die Verhandlungen in Zukunft ziehen, dann
werden wir uns trotz noch so großer Gegensätze doch bald wieder
zusammenfinden auf dem Boden der Cinigkeit, welche die erste und
unerläßliche Bedingung eines segensreichen Schaffens bedeutet.
Wohl sind Zeiten des innern Kampfes nicht angenehm und
werden besonders an leitender Stelle bitter empfunden. Nirgends
ist man sich klarer bewußt als dort, wie schädlich solche Erscheinungen
auf die Dauer werden können, und nirgendwo wird deshalb auch
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